Jürgens Weinlese
Rendite mit Riesling

Zeit für eine Bilanz: Vor einem Jahr wurden rund 70 deutsche Weine mit einer guten Chance auf Wertentwicklung empfohlen. Die Rendite kann sich sehen lassen - trotz der geringen Liquidität bei den weltweiten Auktionen.
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Deutsche Weißweine haben einen enormen Aufschwung erlebt – vor allem die heimischen Rieslinge. Das lässt sich nicht nur an steigenden Exportzahlen ablesen, sondern auch an den Preisen, die auf Auktionen erzielt werden. So liegen die Preise für deutsche, gereifte Riesling-Auslesen oder -Trockenbeerenauslesen bei Versteigerungen manchmal sogar im fünfstelligen Bereich.

So zahlte ein Weinliebhaber vor gut einem Jahr in London für seine sechs Flaschen Scharzhofberger Trockenbeerenauslese, Jahrgang 2005, insgesamt 17.625 britische Pfund – umgerechnet mehr als 23. 000 Euro. Aber können auch Anleger mit deutschen Weinen Rendite erzielen?

Kaufempfehlungen deutsche Weine 2014

Um diese Frage zu beantworten, hat Handelsblatt Online vor einem Jahr einen Praxistest gemacht. Und in Zusammenarbeit mit dem Start-Up Wine-Stocks, das die weltweit Auktionsdaten von Weinen sammelt, ungefähr 70 deutsche Weine mit aussichtsreichen Investmentchancen herausgesucht. Bei der Empfehlung lieferte Ron Freund, CEO von Wine-Stocks, gleich den maximalen Preis mit, zu dem der Wein gekauft werden sollte. „Der Gewinn liegt im Einkauf“, meint der Diplom-Sommelier.

Die Bilanz nach einem Jahr: Die Auktionspreise aller Weine sind insgesamt um zehn Prozent gestiegen. Ron Freund hat für die Berechnung nicht den maximalen Netto-Einkaufspreis, sondern den realen Auktionspreis von vor einem Jahr genommen. Es fehlen allerdings die Transaktionskosten, die je nach Einkaufsort zwischen fünf und zehn Prozent liegen. Diese Kosten sollten Weinanleger aber über die Jahre verteilen, die der Wein lagert.

„Wein ist ein langfristiges Investment“, bekräftigt Freund. Man verdiene selten daran, dass man die Weine schnell kaufe und wieder verkaufe. „Bei Investieren in Wein geht es nicht um drei oder fünf Tage, sondern eher um zehn bis 15 Jahre“, meint der Diplom-Sommelier.

Schaut man auf Wertentwicklung der einzelnen Weine gab es Ausreißer in beide Richtungen. (Siehe auch Weine mit der besten und der schlechtesten Wertentwicklung). So stieg der Preis für eine Flasche Scharzhofberger Riesling, Jahrgang 1975, innerhalb eines Jahres um mehr als 136 Prozent. Im März 2014 kostete die noch 315 Euro, jetzt hat ein Weinliebhaber 746,50 Euro dafür bezahlt.

Der Ausreißer im negativen Sinne: Der Bernkasteler Doctor Riesling Spätlese 2007 vom Weingut Dr. Thanisch, der innerhalb von zwölf Monaten mehr als 44 Prozent an Wert verlor. 25,80 Euro kostete eine Flasche noch vor einem Jahr, nun nur noch 14,43 Euro auf Auktionen.

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