Jürgens Weinlese
Vom Kultregisseur bis zum Pornostar

Der Promi-Faktor spielt beim Weinanbau in den USA eine wichtige Rolle. Denn Kalifornien ist offenbar die Boom-Region weltweit für hochpreisige Weine. Welche Flaschen davon ein Investment wert sind.
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Der Weinbau in den USA hat seine eigenen Gesetze, und es ist ein boomender Markt. „Jedes Jahr eröffnen dort neue Weingüter, die anschließend ihre Flaschen für umgerechnet 20 bis 30 Euro verkaufen können“, meint Ron Freund von Wine Stocks. „Das schafft so leicht keine andere Region“.

Wine-Stocks ist eine Online-Plattform, die weltweit sämtliche Preise von Wein-Auktionen sammelt und auswertet. „Wir sind mit 500 US-Weingütern in unserer Datenbank gestartet, mittlerweile sind es über 1200“, betont der ausgebildete Diplom-Sommelier. Sein Unternehmen bildet aus den Auktionspreisen Indizes, deren Wertentwicklung bis in das Jahr 1996 zurückverfolgt werden kann. So stieg der amerikanische Auswahlindex von Wine-Stocks – dieser setzt sich aus aus 50 US-Weinen zusammen - seit 1997 jährlich um mehr als 14 Prozent.

Dabei ist der Index in den vergangenen Jahren ohne große Schwankungen gestiegen. Eine mögliche Erklärung hierfür ist: Die Winzer in den Vereinigten Staaten haben im Gegensatz zu ihren Kollegen in „Good old Europe“ nicht mit schlechten Jahrgängen zu kämpfen – wie zuletzt beim Jahrgang 2013 in Bordeaux und anderen Regionen in Europas. „Es gibt bei Weinen aus den USA kaum Jahrgangsunterschiede“, bekräftigt Freund.

Ein Grund, warum Weine aus den USA überhaupt bei Weinliebhabern und –investoren gefragt sind: „Sie haben den Nachweis der Langlebigkeit erbracht“, erläutert der CEO. Und die Preise für ältere, gereifte Weine aus den USA sind hoch: So wechselte noch in diesem Jahr für mehr als 22 000 Euro eine Flaschen Queen of Hearts, Jahrgang 1995, vom kalifornischen Weingut Sine qua Non den Besitzer. Der zwischenzeitliche Höchstpreis lag bei umgerechnet 37 091 Euro.

Laut Ron Freund kam von diesem süßen Rosé keine Flaschen in den Handel, es wurden auch nur 150 Flaschen hergestellt.“ Er erinnert sich: „Im Jahr 2007 wurden zwei dieser Flaschen noch für 700 und 1100 Euro in den USA versteigert. Was für eine Wertentwicklung!“. Vierstellige Preise für US-Weine seien bei Weinauktionen keine Seltenheit.

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