Jürgens Weinlese
Wenn der Hund die Trauben frisst

Pinotage ist die rote Vorzeigetraube in Südafrika. In Deutschland ist diese Rebsorte eher unbekannt. Zu Unrecht, findet Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder nach dem Besuch mehrerer Weingüter.
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Es ist die rote Traube Südafrikas: Pinotage. Die Kreuzung aus Cinsault (damals in Südafrika Hermitage genannt) und Pinot Noir (Spätburgunder) wurde zuerst 1941 gekeltert, zwei Jahre später folgte der erste kommerzielle Pinotage-Weinberg. In den 50er Jahren folgten diesem Trend weitere Weingüter wie Uiterwyk, Kanonkop, Bellevue und Meerendal.

Meinen persönlichen Eindrücken nach fristet diese Rebsorte hier in Deutschland eher ein Nischendasein. Bislang hatte ich zuvor meist Cuvees mit Pinotage probiert, von denen mich nicht alle überzeugen konnten. Doch offenbar finden südafrikanische Weine nicht nur in Deutschland mehr Fans, sondern auch der Pinotage-Wein gewinnt mehr und mehr an Beliebtheit. „Langsam begreifen Weinliebhaber die Bedeutung der Pinotage-Traube“, meint beispielsweise Johan Krige, Miteigentümer des Weingutes Kanonkop, das maßgeblich diese Rebsorte vorangetrieben hat.

Der internationale Durchbruch für die Traube kam 1991. Damals wurde der 89er Pinotage des Weingutes Kanonkop auf der anerkannten „International Wine & Spirit Competition“ in London zum besten Rotwein der Welt gewählt; sein Kellermeister Beyers Truter zum „International Winemaker of the Year“.

So ist es kein Wunder, dass Kanonkop zu einen der besten Weingüter in Südafrika zählt. „Kanonkop ist unser Vorbild“, sagt beispielsweise Rudolf Kühner, der zusammen mit seiner Frau Dr. Laibach-Kühner das Weingut Laibach in der Nähe führt.

Mit den Weinen Paul Sauer, einem Bordeaux Blend benannt nach einem ehemaligen Inhaber von Kanonkop und Kabinettsmitglied im südafrikanischen Parlament, und seinem Pinotage, vinifiziert aus über 50-jährigen Buschrebstöcken, hat das traditionsbewusste Weingut zwei Aushängeschilder des südafrikanischen Weinbaus geschaffen. 

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