Sommelier-Tipps zur Basilikata
Ein Monument nach sechs Jahren Keller

Handelsblatt-Online-Autor Jürgen Röder ist durch Italiens Weinregionen getourt und hat seine Entdeckungen niedergeschrieben. Zusätzlich sagt Profi-Sommelier Michael Liebert, welche Weine ein Kauf sind.
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DüsseldorfFür Liebert ist die Region Basilicata ein schwieriges Pflaster. Der Rebsorte Aglianico wurde schon vor 20 Jahren eine große Zukunft vorhergesagt. Er gilt vielen Fachleuten als der Nebbiolo des Südens. Etwas unnahbar, aber großartig. Das Potential sei vorhanden, nur wer hebt es?  Bei seinen Tipps sind ihm keine drei Weine aus der Region eingefallen, die man empfehlen könnte – aber drei aus der dortigen Rebsorte Aglianico. 

Aglianico del Vulture 2009 Titolo (Basilikata)

„Elena Fucci mit ihrem eigenwilligen, aber großartigen Titolo ist sicherlich auf dem besten Weg, das Potential der Rebsorte zu heben. Wie kann eine so zierliche, junge Frau einen so widerborstigen, männlichen Wein machen? Klischees passen einfach nicht, wie man hier wieder einmal sieht.

Die Region Basilicata ist rau, die Weine wirken oft unnahbar und doch ist Elena Fucci nach ihrem Önologie-Studium wieder zurück in ihre Heimat gegangen. Im väterlichen Weingut versucht sie das Geheimnis der Rebsorte Aglianico zu knacken. Sie selbst ist eine junge, lebenslustige, sehr offene Person, aber Vorsicht: Auch ihr Aglianico ist ein verschlossener Geselle und in jungen Jahren regelmäßig eine Herausforderung.

Ein unglaublich dichtes, verstörendes Bouquet. Die Basisaromen bilden dunkle Beeren. Diese werden aber im Moment noch von Aromen wie Teer, Leder und Pferdeschweiß überlagert. So dicht und kraftvoll wie das Bouquet ist auch der Eindruck am Gaumen. Zu der aromatischen Dichte gesellt sich ein mächtiges, sehr straffes Tanningerüst. Man hat das Gefühl, die Zunge kann gar nicht zum eigentlichen Kern des Weines vorstoßen. Ein Wein, auf den man sich einlassen muss und den man über viele Jahre beobachten kann. Ein Meditationswein!“

Optimaler Genuss bis 2016 Preis, 28-30 Euro

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