Taittinger-Champagner
Elegantes aus dem Kalksteinboden

Das traditionsreiche Champagnerhaus Taittinger investiert als erstes französisches Weingut Millionen, um bald Schaumwein in England herzustellen. Doch wie schmecken die prickelnden Tropfen von Taittinger eigentlich?

Es gibt wohl kein anderes Weinanbaugebiet, dass aus seiner Not so eine Tugend gemacht hat. Und solch ein Getränk mit Glamour-Faktor herstellt wie die Champagne. Das Gebiet rund 80 Kilometer nördlich ist regnerisch und feucht – entsprechend schlecht waren auch anfangs die Weine.

Erst mit der neuen Methode, der Gärung in der Flasche. änderte sich das alles. Der spritzige Champagner wurde bereits im 17. Jahrhundert zum Szenegetränk. Was sich bis heute nicht geändert hat.

Doch wird 300 Jahre später die Champagne nun dem Klimawandel zum Opfer fallen? Für einige französische Produzenten soll die Zukunft nun in England liegen. Das französische Traditionshaus Taittinger, das zu den edelsten und ältesten Namen der Branche zählt, hat entschieden, seine Rebflächen im britischen Kent um 69 Hektar zu erweitern, um dort Trauben für die Produktion von Schaumwein anzupflanzen. Denn Champagner dürfen sich die dort hergestellten Schaumweine nicht nennen.

Was die Weinbaugebiete in Südengland mit der Champagne gemeinsam haben, erkennt man bei einem Blick auf die Kreidefelsen von Dover. Die geologische Formation des Pariser Beckens, die die Champagne mit ihren mächtigen Kalksteinböden ausmacht, setzt sich von der britischen Südküste bis nach London fort. In der Region mit ihren säurehaltigen Kalkböden liegen 90 Prozent der britischen Weingüter.

Taittinger investiert mehrere Millionen Pfund in ein Joint Venture mit dem britischen Weingut Hatch Mansfield und privaten Investoren, um in der Nähe des südenglischen Canterbury die Schaumwein-Marke "Domaine Évremond" aufzubauen. Der Deal ist mehr als ein Investment - er ist eine Zäsur. Als erste große Champagner-Marke wagt Taittinger den Sprung über den Ärmelkanal.

Lieber ein Weißweinglas nehmen

Doch wie schmeckt ein Taittinger-Champagner eigentlich? Vorab: Es sind fast ausschließlich drei Rebsorten ,die den Geschmack von Champagner ausmachen, darunter zwei rote Trauben. Der rote Pinot Noir, in Deutschland Spätburgunder genannt, sorgt für Fruchtigkeit und Aroma, der rote Pinot Meunier, der Schwarzriesling, für die erfrischende Säure.

Hinzu kommt die weiße Chardonnay-Traube, die für Finesse und Eleganz sorgt. Und genau diese Chardonnay-Traube ist es, der den Taittinger-Einstiegschampagner „Brut Reserve“ unverkennbar dominiert. Auch wenn es eine Cuveé aus allen drei Rebsorten ist.

Dieser Brut Reserve mit seiner strohgelben Farbe ist vollaromatisch, erfrischend und vor allem elegant. Mit seinen Aromen von Pfirsichen und Aprikosen und seinem langen Finale kann er nicht nur als Aperitif getrunken werden, sondern ist auch ein sehr guter Essensbegleiter. Was für deutsche Verhältnisse eher ungewöhnlich ist. Fisch, vor allem Meeresfrüchte wie Gambas oder Hummer, passen perfekt dazu.

Wer Champagner trinkt, sollte ihn nicht zu kalt trinken. Und anstelle eines Sektglases lieber ein Weißweinglas nehmen. Die Aromen treten so deutlicher zu Tage, die Kohlensäure tritt in den Hintergrund. Zumindest wenn es ein Sekt oder ein Champagner von sehr guter Qualität ist – so wie der von Taittinger.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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