Kaffeetrinker-Trends
Das Ende des Filterkaffees

Cappuccino, Espresso oder Latte? In deutschen Küchen wird die Filtermaschine von Automaten ersetzt. Hersteller von Kaffeekapseln- und Maschinen fahren Rekordumsätze ein und planen riesige Investitionen in das Geschäft.
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München/HamburgDie Filterkaffeemaschine hat in immer mehr Haushalten in Deutschland ausgedient. Statt Bohnenkaffee von der Warmhalteplatte trinken vor allem junge Leute auch in der eigenen Küche lieber einen Cappuccino, Espresso oder Macchiato. „Es soll schnell gehen und auf Knopfdruck“, sagt Britta Zietemann vom Deutschen Kaffeeverband. Erstmals haben die Kaffeeautomaten im vergangenen Jahr die klassische Filtermaschine in Deutschland überholt - und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

Die Hersteller von Kaffeeautomaten und Kapsel-Kaffee jubeln über zweistellige Zuwachsraten und investieren Millionensummen in das Geschäft: Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé beginnt am 20. August mit dem Bau eines neuen Werks für Kaffeekapseln in Schwerin.

Jährlich sollen dort künftig zwei Milliarden Kapseln der Marke Nescafé Dolce Gusto hergestellt werden - für Nestlé mit einer Summe von 220 Millionen Euro die umfangreichste Investition in Deutschland seit der Wiedervereinigung.

Obwohl der Kaffee aus der Kapsel viel Müll produziert und im Vergleich zum Filter um ein Vielfaches teurer ist, gehen die Verkaufszahlen steil nach oben. Im vergangenen Jahr legte der Absatz von Kapsel-Kaffee nach Angaben des Kaffeeverbandes in Deutschland um 30 Prozent zu, während der Filterkaffee um 1 Prozent zurückging. An den hohen Preisen stören sich die Verbraucher nicht: Nespresso verlangt pro Kapsel fast 40 Cent und damit nach Berechnungen von Verbraucherschützern etwa 10 Mal so viel wie für eine Tasse Filterkaffee.

Aber auch für die Hersteller der Maschinen sind goldene Zeiten angebrochen. „Es gibt erstaunlich viele Menschen, die 1000 Euro und mehr für eine Kaffeemaschine ausgeben, die früher 25 Mark gekostet hat. Das ist Lifestyle“, staunte der Chef des größten europäischen Hausgeräteherstellers Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH), Kurt-Ludwig Gutberlet, vor zwei Jahren, als die Entwicklung richtig loslegte.

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Das Ende des Filterkaffees

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Kaffee aus Kapseln

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  • Der Artikel kommt irgendwie zu spät, längst sind Filterkaffee und auch entsprechende Maschinen wieder auf dem Vormarsch. Coole Menschen brühen selbstverständlich von Hand auf.

    French Press ist mir wegen der Kannenreinigung zu umständlich.

    Im Gegensatz zu Kapseln lassen sich gebrauchte Pads jedoch problemlos in der Biotonne oder auf dem Kompost entsorgen, da gibt es keinen besonderen Unterschied zu nassem Kaffeemehl im Filter. Außerdem schmeckt Pad-Kaffee fast so gut wie Filterkaffee.

  • Ich hatte mehrmals die zweifelhafte "Ehre", diesen Automatikkaffee zu trinken (auf Besuch). Das Zeug schmeckt wie schäbigster Kantinenkaffee beim Kommiß. Die Freunde waren natürlich stolz wie Oskar auf ihren mehrere hundert Euro teuren Automaten, also bleibt man nett und diplomatisch, würgt die "Lorke" runter und sagt nichts...
    Zuhause gibt's dann endlich einen Becher konventionell (Keramikfilter und Schwallbrühung, nix Kaffeemaschine!) frisch gebrühten Kaffee, um den ekelhaften Nachgeschmack zu vertreiben... :-)

    Von den Müllbergen dieser Pads, Kapseln oder was auch immer will ich gar nicht erst anfangen, die sprechen für sich...

  • DAs beste Aroma überhaupt ergeben frich gemahlene Bohnen, aufgebrüht in einer Bodum-Kanne. DAs ist besser und billiger als jeder Espresso-Automat, Pads oder Kapseln.

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