Kantinenkritik Condé Nast Wo gleichzeitig Koch- und Modetrends gesetzt werden

Die Mitarbeiter von Condé Nast speisen in New York in der 35. Etage des One World Trade Centers – mit Blick auf die Freiheitsstatue und den Ground Zero.
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Der Verlag war einer der ersten Mieter im 2014 eröffneten One World Trade Center. Quelle: Alex Fradkin/Redux/laif
Kantine von Condé Nast in New York

Der Verlag war einer der ersten Mieter im 2014 eröffneten One World Trade Center.

(Foto: Alex Fradkin/Redux/laif)

New YorkMan braucht kein besonders geschultes Auge, um zu erkennen, wer in der Condé-Nast-Kantine beim intellektuellen Magazin „New Yorker“ arbeitet und wer wohl eher bei „Vogue“ Modetrends setzt: der Mann im Karohemd oder die Dame im Leopard-Print-Kleid.

Hier in der 35. Etage des One World Trade Centers treffen Welten aufeinander. Condé Nasts Imperium reicht schließlich vom Technologie-Magazin „Wired“ über die Männerzeitschrift „GQ“ bis hin zum Schwulen- und Lesben-Blatt „them“. Und sie alle werden hier in der hufeisenförmigen Kantine in New York versorgt.

Vorspeise: Misosuppe Hauptgang: Fünf verschiedene Nigiri-Sushi, Thunfisch-Maki-Rollen, dazu Seetang-Salat Essen: ★★★ Ambiente: ★★★ Service: ★★☆ Quelle: Alex Fradkin/Redux/laif
Das Menü

Vorspeise: Misosuppe
Hauptgang: Fünf verschiedene Nigiri-Sushi, Thunfisch-Maki-Rollen, dazu Seetang-Salat

Essen: ★★★
Ambiente: ★★★
Service: ★★☆

(Foto: Alex Fradkin/Redux/laif)

Der Blick geht auf die Hochhäuser im Osten Richtung Brooklyn, auf den Hudson und nach New Jersey im Westen und Richtung Süden, wo die Fähren zur Freiheitsstatue ablegen. Schaut man nach unten, sieht man Ground Zero. Dort, wo einst die zwei Türme standen, fließt heute Wasser in einen tiefen Schlund. Condé Nast war einer der ersten Mieter im 2014 eröffneten Tower. Der Verlag wollte damit ein Zeichen setzen und belegt heute 20 Etagen.

1000 Mahlzeiten werden in der nüchtern in Schwarz und Dunkelbraun gehaltenen Kantine pro Tag serviert, 2000 Tassen Kaffee kommen hinzu. Zwischen Frühjahr und Herbst arbeiten die 20 Köche viel mit regionalen und Bioprodukten. Das Menü reicht von köstlichem Sushi mit Frischfisch vom Edellieferanten Gotham Seafood über Barbecue bis hin zu veganen Wraps. Auch die Misosuppe schmeckt hervorragend und ist nicht aus irgendeinem Pulver gemischt. 

An unserem Testessen-Tag war zudem ein Gastkoch aus Mexiko aktiv. Er präparierte mit seinem Team verschiedene Tacos mit Shrimps, Gemüse und Beef. Preis: 12,90 Dollar – für New Yorker Verhältnisse äußerst günstig. Und am Eingang konnten Mitarbeiter noch zwei Flugtickets nach Mexiko gewinnen. Selbst „Comfort Food“ aus den Südstaaten mit viel Fett und Würze kommt bei den Mitarbeitern gut an. Aber vielleicht sind das auch nur die Tester von „bon appétit“, Condé Nasts eigenem Gourmetmagazin.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°3/2018. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 13. April 2018 am Kiosk erwerben.

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