Kantinenkritik Esprit In dieser Kantine ist der Veggie Day der Renner

Der Modekonzern Esprit setzt beim Essen auf Nachhaltigkeit. Anders als in anderen Kantinen ist hier der Schnitzeltag nicht besonders gefragt.
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Die drei täglichen Menüs sind vergleichsweise günstig. Quelle: Michael Englert für Handelsblatt Magazin
Kantine des Modekonzern Esprit in Ratingen

Die drei täglichen Menüs sind vergleichsweise günstig.

(Foto: Michael Englert für Handelsblatt Magazin)

RatingenIn vielen Betriebskantinen ist er Kult, der „Schnitzeltag“. Dann stürzen sich die Mitarbeiter auf das gut panierte Schweinefleisch aus Massentierhaltung und einen Berg Pommes frites. Bei Esprit ist das anders.

„Wenn wir einmal im Monat unseren Veggie Day veranstalten, ist das unser bestfrequentierter Tag“, sagt Martin Friedrich, Küchenchef des Modekonzerns in Ratingen bei Düsseldorf. Das mag an den vielen Frauen in der Belegschaft liegen, die eher auf gesunde Ernährung achten.

Aber auch wenn es in der rautenförmigen „E-Lounge“ Fleisch gibt, kommt nur Ausgewähltes auf den Tisch. „Wir kaufen zum großen Teil Bioprodukte aus der Region“, erzählt Friedrich, der bei den „Bio-Mentoren“ aktiv ist, einem Netzwerk von Gastroverantwortlichen, die eine nachhaltige Küche fördern. „Dazu gehört es auch, möglichst viel von den geschlachteten Tieren zu verwerten.“

Was gesund ist, sollte aber auch schmecken. Denn die 650 von 1.100 Mitarbeitern der Esprit-Zentrale, die hier täglich zum Essen kommen, brauchen die kleine Auszeit. Schließlich kämpft der Modekonzern seit Jahren darum, wieder profitabel zu werden. Dennoch: Die drei täglichen Menüs („Substantial Energetic“, „Front Cooking“ und „Veggie“) gibt es für vergleichsweise günstige vier bis acht Euro.

Gespeist wird an schweren Holztischen – oder auf der Terrasse mit angrenzender Wiese, englischen Parkbänken und Teich. Da gesellt sich dann auch der spanische CEO José Manuel Martínez gerne mal dazu.

Das Bio-Putenschnitzel in Käse-Ei-Hülle auf Basilikum-Tomatensoße und Penne ist zart und saftig, die Soße gut eingekocht und gewürzt. Das Dessert aus Mascarpone-Creme auf Biskuit mit Erd- und Blaubeeren rundet das Menü ab.

Wer sich nachmittags oder morgens mit Kaffee oder Brötchen stärken möchte, genießt indes besonderes Vertrauen: Dann sind die Kassen nicht besetzt, die Mitarbeiter sollen ihr Essen selbst abbuchen. Das funktioniert gut. So viel Loyalität in Krisenzeiten – das dürfte sogar den CEO freuen.

Quelle: Michael Englert für Handelsblatt Magazin

(Foto: Michael Englert für Handelsblatt Magazin)

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°1 – Februar 2018. Weitere Themen im neuen Heft u.a.:
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2 Kommentare zu "Kantinenkritik Esprit: In dieser Kantine ist der Veggie Day der Renner"

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  • Ist echt schlimm, dass das Handelsblatt bei jeder sich bietenden Gelegenheit Werbung für "grüne" Vorstellungen macht. Das reinste Propagandamedium.

  • Ich liebe meinen Mettigel.

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