Keine Reisen nach Mexiko-Stadt
Tui und Cook stoppen Mexikoreisen

Die beiden größten deutschen Reiseveranstalter, Tui und Thomas Cook, haben wegen der Schweinegrippe Reisen nach Mexiko City abgesagt. Anleger haben bereits reagiert: Aus Furcht vor einem von der Grippe ausgelösten Einbruch des weltweiten Reiseverkehrs haben sie Aktien von Tourismus- und Luftfahrtkonzernen verkauft.

HB FRANKFURT. Tui bietet bis 4. Mai keine Ausflüge mehr in die Region an, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Von den derzeit rund 1 000 deutschen Tui-Gästen in Mexiko befänden sich gegenwärtig nur vier in der Krisenregion. Auch Thomas Cook biete derzeit keine Rundreisen mehr in die mexikanische Hauptstadt an, sagte eine Sprecherin.

Die bei Deutschen besonders beliebten Touristenzentren befinden sich jedoch ohnehin in der weiter entfernten Region um Cancun und Playa del Carmen auf der Halbinsel Yucatan. Reisende könnten ihren Urlaub nach Mexiko kostenlos umbuchen, teilte Tui mit.

Nach Daten des Deutschen ReiseVerbands (DRV) zählen die Karibik und Mittel- und Südamerika nach den USA und Kanada zu den beliebtesten Fernreisezielen der Deutschen. Im Vorjahr reisten laut DRV etwa 155 000 Deutsche nach Mexiko.Ob sich die Schweinegrippe für die Branche zu einer Belastung ähnlich wie die Lungenkrankheit Sars vor ein paar Jahren auswirke, lasse sich derzeit noch nicht einschätzen, sagte eine DRV-Sprecherin. Damals hatten viele Kunden aus Angst vor einer Infektion auf Reisen verzichtet, was der krisenanfälligen Branche hohe Umsatzeinbußen einbrachte.

Die Schweinegrippe belastet auch Reise-Aktien: Aus Furcht vor einem von der Schweinegrippe ausgelösten Einbruch des weltweiten Reiseverkehrs haben Anleger am Montag Aktien von Tourismus- und Luftfahrtkonzernen verkauft. Der europäische Branchenindex fiel um 4,3 Prozent, während der Index für den gesamten Markt, der Stoxx600, um 1,6 Prozent nachgab. Gefragt waren dagegen die Papiere von Pharma-Unternehmen, die von einer stärkeren Nachfrage nach ihren Medikamenten profitieren könnten. Der Branchenindex gewann 1,2 Prozent.

Die EU-Kommission hat eine Krisensitzung zur Schweinegrippe einberufen. An der Krankheit sind in Mexiko bereits mehr als 100 Menschen gestorben. In den USA und in Kanada wurden erste Krankheitsfälle gemeldet, in Europa ist noch kein Fall bekannt. „Die Furcht vor einer Pandemie ist durchaus spürbar, das war ja damals auch bei Sars so“, sagte ein Händler. Die Lungenkrankheit hatte vor sechs Jahren begonnen und weltweit einige hundert Todesopfer gekostet.

Größter Dax-Verlierer waren Lufthansa-Aktien. Die Titel wurden zusätzlich von einem Dividendenabschlag gedrückt. Diesen herausgerechnet, lagen die Aktien aber immer noch bis zu fünf Prozent im Minus. Die im SDax notierten Papiere des kleineren Konkurrenten Air Berlin fielen um 3,3 Prozent. In Paris sank der Aktienkurs von Air France-KLM um fast acht Prozent. British Airways gaben in London 7,3 Prozent nach, und die Aktien des Billigfliegers Ryanair verloren 4,6 Prozent. Auch die Aktien von Tourismuskonzernen standen unter Druck. Im MDax gehörten Tui mit einem Minus von fast fünf Prozent zu den größten Verlierern, die Papiere von Konkurrent Thomas Cook fielen um 4,7 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%