Keine Werbung für den Flugverkehr
Flughäfen wollen Kontrollen entschärfen

Die deutschen Flughäfen halten die derzeitigen Sicherheitschecks bei den Passagieren für überzogen. Sie verlangen nicht nur die Abschaffung der Regeln, sondern wollen auch die Kosten in Zukunft nicht mehr übernehmen.

HB BERLIN. „Die Kontrollen müssen wieder nachvollziehbar werden“, forderte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Michael Eggenschwiler, am Montag in Berlin. Dies gelte für die geplante und um ein Jahr verschobene Begrenzung der Größe des Handgepäcks und die Flüssigkeitsregelung. Passagiere dürfen derzeit höchsten 100 Milliliter Flüssigkeit mit an Bord nehmen. Nach ADV-Angaben werden auf deutschen Airports täglich bis zu sieben Tonnen Flüssigkeiten an den Kontrollstellen einbehalten. Pro Woche werde ein Warenwert von zwei Millionen Euro vernichtet, ohne dass dadurch ein Zugewinn an Sicherheit erkennbar sei. Überholte Regelungen müssten abgeschafft werden.

Der Verband verlangt zudem eine Übernahme der Kontrollkosten durch Bund und Länder. Im vergangenen Jahr habe sich der Aufwand der Flughäfen auf 60 Millionen von 27 Millionen Euro im Jahr erhöht. Der Staat wälze damit seine Verantwortung auf die Wirtschaft ab, kritisierte Eggenschwiler. Durch ein Abspecken der Sicherheitsbestimmungen kann laut ADV auch die Pünktlichkeit der Flüge erhöht werden. Die Flughäfen wollen bereits vollständig gechecktes Gepäck nicht mehr aus Flugzeugen ausladen, wenn der Besitzer nicht an Bord der Maschinen gegangen ist. Besonders zeitaufwendig seien die neuen Bestimmungen der USA. Die Passagiere müssten zwei bis drei Stunden vor dem Start am Airport sein. „Das ist keine Werbung für den Flugverkehr“, sagte Eggenschwiler.

Neue Ansätze verlangen die Flughäfen auch beim Klimaschutz. Eine Kerosinsteuer oder eine Ticketabgabe im Luftverkehr lehnen die Flughäfen ab. Stattdessen plädiert die ADV für emissionsabhängige Start- und Landegebühren. In Frankfurt und München solle Anfang 2008 ein Pilotversuch mit schadstoffabhängigen Gebühren gestartet werden. Verbandshauptgeschäftsführer Ralph Beisel räumte allerdings Schwierigkeiten bei der Berechnung eines neuen Gebührenmodells ein, das unter dem Strich aufkommensneutral gestaltet werden soll. Darüber hinaus verlangen die Flughäfen auch mehr Einsatz der Politik für den Klimaschutz im Luftverkehr. Mit einem einheitlichen Luftraum in Europa könnten die Klimaschutzziele bereits zu 70 Prozent erfüllt werden, sagte Beisel.

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