Kommision will Irreführung verhindern
Fluglinien dürfen bei Preisen nicht mehr schummeln

Fluglinien müssen ihren Kunden nach Willen der EU künftig in Werbeanzeigen und im Internet die ganze Wahrheit über den Ticketpreis verraten. Die Airlines waschen sich bereits ihre Hände in Unschuld. Ryanair stellte zum Beispiel seine Internetseite um.

HB FRANKFURT/BRÜSSEL. Extrakosten beispielsweise fürs Gepäck sowie Kreditkartengebühren, Treibstoffzuschläge und Steuern dürfen nicht mehr verschwiegen werden, verlangt die EU-Kommission in einem am Dienstag vorgelegten Gesetzentwurf. Sie sprach von einer Irreführung der Verbraucher, die inzwischen weit verbreitet sei.

Die beiden größten deutschen Fluglinien Lufthansa und Air Berlin begrüßten den Vorstoß. Der Billigflieger Ryanair stellte seine Internet-Seite leicht um.

„Verbraucher werden mit scheinbar interessanten Flugpreisen getäuscht und erfahren den vollen Preis erst im Moment der Bezahlung“, rügte die Kommission. Schuldig seien sowohl Billigflieger als auch große nationale Fluglinien. Namen von Unternehmen wurden nicht genannt.

Der irische Billigflieger Ryanair wies am Dienstag auf seiner englischsprachigen Website deutlicher darauf hin, dass Gebühren, Steuern und Ähnliches erst im späteren Verlauf einer Buchung sichtbar werden. Das Unternehmen wollte aber nicht sagen, ob dies eine Reaktion auf die Kritik der EU darstellt. Der tatsächliche Endpreis wird aber nach wie vor erst ersichtlich, wenn ein Kunde Ryanair den Zugriff auf seine Kreditkarte gestattet.

Die Lufthansa reagierte erfreut auf die Gesetzesinitiative. „Wir sind preisehrlich und kommunizieren nur Endpreise gegenüber dem Kunden“, sagte Sprecher Boris Ogursky der AP. Der Preis, den ein Kunde am Anfang sehe, enthalte sämtliche Steuern, Gebühren und Zuschläge. Was jedoch noch hinzukomme, sei die so genannte Ticket Service Charge. Dabei handele es sich jedoch um eine Art Vertriebsentgelt, das unterschiedlich hoch ausfalle. In Anzeigen werde zudem extra darauf hingewiesen.

Claudia Löffler von Air Berlin begrüßte gegenüber AP den Brüsseler Vorstoß ebenfalls, da nun gleiches Recht für alle gelte. „In unseren Werbepreisen sind sämtliche Steuern und Gebühren enthalten. Auch wenn man bei Air Berlin im Internet Angebote bucht, sieht man immer den Endpreis.“

Die Interessenvertretung der in Deutschland aktiven Fluggesellschaften (BARIG) erklärte, die angestrebte bessere Transparenz erleichtere dem Kunden das Vergleichen von Ticketpreisen und zeige zudem, dass diese Preise eben nur zu einem Teil von den Fluggesellschaften selbst bestimmt würden.

Die Brüsseler Behörde verlangt außerdem, dass den Kunden in ganz Europa einheitliche Preise abverlangt werden, egal, wo das Ticket gekauft wird.

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