Landleben in Cotswolds
Gut für Gummistiefel

Immer mehr Alt- und Neureiche richten sich im idyllischen Cotswolds standesgemäße Landsitze ein. Aber auch Genussreisende, die das unaufgeregte Landleben suchen, werden hier im Herzen Englands noch einen Platz finden.
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Die Landschaft wirkt wie eine Modelleisenbahn-Idylle. Sanfte Hügel, die Wiesen strotzen saftig und grün, die Schafe grasen glücklich, und sogar die Bahnhöfe, über eine rund einstündige Zugfahrt mit London verbunden, sind altmodisch und putzig. In den Cotswolds, die auch als Herz Englands bezeichnet werden, könnte noch 1906 sein oder 1966. Schon damals wurden sie als „Area of Outstanding Natural Beauty“ klassifiziert. Nordwestlich von Oxford erstreckt sich die Gegend von Mickleton, in der Nähe der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon, bis Wotton-under-Edge: Dörfer aus reetgedeckten Kalksteinhäusern, einladenden Pubs und sprechenden Namen wie Upper Slaughter oder Bourton-on-the-Water. Jahrhundertealte Kirchen, deren Bau durch den Wollhandel finanziert wurde, ragen aus den niedrigen Dörfern.

Hie und da finden sich Herrenhäuser mitten im Grünen, Golfplätze und Reiterhöfe. Gewaltige Toreinfahrten weisen zu Schlössern, die sich am Ende ihrer Einfahrtsalleen verbergen. Die Cotswolds sind – durch ihre seit der Römerzeit von Textilproduktion und -handel geprägte Geschichte – an Geld und Einfachheit gleichermaßen gewohnt. Bis heute wird die Wolle für manches Papstgewand in der Gegend von Chalford gesponnen. Entsprechend unaufgeregt gehen die Einheimischen mit der Prominenz um, die zu jeder Jahreszeit mit schwarzen Geländewagen fürs Wochenende anrollt und die berühmten Gummistiefel in Oliv trägt, in denen Thronfolger Prinz Charles seit jeher über seinen nahe gelegenen Landsitz Highgrove stapft und die Model Kate Moss zum Mini trägt.

Die Immobilienpreise sind horrend. Vielen erscheint es verlockender, ihr Cottage an gutbetuchte Städter zu verkaufen, als weiterhin das Land zu bestellen. „Es ist viel wahrscheinlicher, am Tresen eines Gasthofs auf Musiker Pete Doherty oder Schauspielerin Kate Winslet zu treffen als auf einen Farmer, der etwas von Getreideanbau versteht“, sagt Tim Speck, der in der Nähe des pittoresken Dorfs Burford seine Herde Schafe hat. Allerdings lächelt er dazu und beschwichtigt: „Noch gibt es kein Starbucks an der Landstraße.“ Außerdem böten die schillernden Touristen jede Menge Gesprächsstoff: Model Liz Hurley etwa. Sie hat ein Haus in Barnsley und wird dort am 3. März mit ihrer Hochzeit dazu beitragen, dass sich das Celebrity-Aufkommen im Grünen erheblich verdichten dürfte.

Die Cotswolds haben indes weit mehr zu bieten als Reiche und Schöne zu Pferd, an Hund oder in Cayenne: Bruern Abbey und die angeschlossenen Bruern Stable Holiday Cottages zum Beispiel. Ein familienfreundliches Refugium ist das, aus umgebauten Ställen, die nun romantische und perfekt ausgestattete Cottages für zwei bis zehn Personen sind und ein guter Ausgangspunkt, um die Cotswolds zu erkunden.

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