Lierhaus-Honorar: "Ein Werbegesicht muss bezahlt werden"

Lierhaus-Honorar
"Ein Werbegesicht muss bezahlt werden"

Die ARD-Fernsehlotterie rechtfertigt das üppige Botschafter-Honorar von Monica Lierhaus mit den Bedingungen des hart umkämpften Glücksspielmarkts. Ihre Tätigkeit soll „so umfangreich sein, dass sie ein Honorar verdient“.
  • 2

HamburgAls Gesicht der ARD-Fernsehlotterie strahlt Monica Lierhaus vom Werbeplakat - doch der „Platz an der Sonne“ wird überschattet von Honorar-Diskussionen und Los-Kündigungen. Mit ihrer neuen Botschafterin ist die Lotterie in die Negativ-Schlagzeilen geraten und bemüht sich nun um Schadensbegrenzung. Monica Lierhaus sieht ihr Engagement als Botschafterin der ARD Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ eng verknüpft mit ihrem persönlichen Schicksal. „Ich möchte weitergeben, was ich bekommen habe: neuen Lebensmut“, sagte die Moderatorin in einem am Donnerstag in Hamburg gezeigten Video anlässlich der Vorstellung der neuen Werbekampagne. „Monika Lierhaus ist zurück, zurück im Leben“, hieß es in dem Video. Die 40-Jährige wirkte darin entspannt und zuversichtlich: Die vergangenen zwei Jahre hätten ihr gezeigt, wie wichtig Hilfe in schwierigen Lebenssituationen sei. Lierhaus nahm nicht persönlich an dem Termin teil, da sie sich weiteren Reha-Behandlungen unterzieht.

„Trotz des Gegenwinds, den wir in den vergangenen Wochen auch erfahren haben, ist Monica Lierhaus die beste Botschafterin für die ARD Fernsehlotterie“, sagte deren Geschäftsführer Christian Kipper. Die Zusammenarbeit mit Lierhaus solle Schritt für Schritt ausgebaut werden, ihre Genesung zeige eine „kontinuierliche Verbesserung“. Wann sie das erste Mal öffentlich als Botschafterin auftrete, stehe aber noch nicht fest. Der Auftritt sei „im Frühjahr“ geplant.

Zum Honorar der früheren „Sportschau“-Moderatorin wollte sich Kipper nicht äußern. Beide Seiten hätten darüber Stillschweigen vereinbart. Medienberichten zufolge belaufen sich die Bezüge auf 450.000 Euro im Jahr. „Sie engagiert sich umfassend für uns, das muss
honoriert werden.“ Kipper: „Ein Werbegesicht muss bezahlt werden.“ Lierhaus selbst hat laut Kipper „ausgesprochen betroffen“ auf die Debatten reagiert, die auch zu Loskündigungen „in überschaubarer Größenordnung“ geführt hätten. Aus Protest gegen die hohen Bezügen sollen zahlreiche Losbesitzer ihr Abonnement gekündigt haben. Man habe in der Tat „eine gewisse Empörung in der Öffentlichkeit“ gespürt, sagte Kipper. Die Zahl der Kündigungen sei zwar überschaubar, dennoch seien diese außerordentlich zu bedauern.

Seite 1:

"Ein Werbegesicht muss bezahlt werden"

Seite 2:

Kommentare zu " Lierhaus-Honorar: "Ein Werbegesicht muss bezahlt werden""

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Daß der Geschäftsführer der ARD-Fernsehlotterie, Christian Kipper sowie sein Sprecher, Mario Czipull, in ihren diversen Interviews zu diesem Thema in einen reflexhaften Rechtfertigungsmodus übergehen, und zur Sache selbst nichts aussagen, verwundert nicht weiter – die Frage muss mithin gestellt werden, weshalb sich die ARD überhaupt die Stelle eines „Sprechers der ARD-Fernsehlotterie“ leistet (wie viele produktive Arbeitsstunden in der Woche kann ein solcher „Sprecher“ denn überhaupt tätig sein – angesichts der vermeintlich schier enormen Fülle seiner Aufgaben und des damit verbundenen Arbeitspensums – das ist doch schon per se lachhaft!) – und auch ist dieser gesamte Vorgang wieder einmal Ausdruck einer unglaublichen Selbstbedienung par excellence, die nur möglich ist, weil sich die die ARD aus Zwangsabgaben finanziert und sich nicht am Markt refinanzieren muss.

    Und an Absurdität wohl kaum zu übertreffen ist das am 15.02.2011 im „Stern“ widergegebene Zitat eines unbekannten, vermutlich selbsternannten, angeblichen „Brancheninsiders“, wonach dieses Honorar „(...)auch dem Zeitaufwand, den Frau Monica Lierhaus als Werbebotschafterin dafür aufbringen muss,(...) entspräche“ – schon in Ermangelung einer klaren Quantifizierung und qualitativen Wertung des Zeitaufwandes ist eine derartige Aussage schlichtweg als unqualifiziert, stümperhaft und unprofessionell zu werten – und ein klares Indiz dafür, wie erbärmlich hier offenkundige Amateure versuchen, ohne jedweden Sachverstand Missstände, die auf eine unglaublich dreiste Selbstbedienungsmentalität zurückzuführen sind, zu rechtfertigen – denn man ist selbst ja Profiteur besagter Selbstbedienung!

    Insofern wäre der Verdacht auf Veruntreuung und Zweckentfremdung von Spendengeldern zu prüfen, zumal hier substantielle Teile von Spendengeldern und finanziellen Zuwendungen, die mit der eindeutigen Zielsetzung, für wohltätige Zwecke eingesetzt zu werden, offenbar leichtfertig für Marketingzwecke zweckentfremdet werden.

  • Ich habe auch gekündigt. Einsolches Honorar ist in meinen Augen obszön. Die ARD Fernsehlotterie nutzt ihren in der Vergangenheit erarbeiteten guten Ruf dazu, um Unangemessen hohe Honorare zahlen zu können. Mag mag gar nicht wissen, wie viel Geld die anderen führenden gestalten dieser Organisation als "angemessenes" Honorar in den privaten Geldbeutel umleiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%