Lohnerhöhungen vereinbart
Tarifparteien in New York legen Streit bei

Fünf Tage nach dem Ende des Streiks der Beschäftigten bei der New Yorker U-Bahn haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf einen Tarifvertrag geeinigt. Von dem Ausstand im öffentlichen Nahverkehr kurz vor Weihnachten waren etwa sieben Millionen Menschen betroffen. Er könnte die Wirtschaft eine Milliarde Dollar gekostet haben.

HB NEW YORK. Der am Dienstagabend vom Präsidenten der Transportarbeitergewerkschaft, Roger Toussaint, verkündete Abschluss sieht Lohnerhöhungen in Höhe von 10,9 Prozent über drei Jahre vor. Allerdings müssen die Beschäftigten künftig einen Beitrag in Höhe von 1,5 Prozent ihres Lohns zu ihrer Krankenversicherung leisten.

Die Verkehrsbehörde (MTA) verzichtete darauf, das Renteneintrittsalter von 55 Jahren für neue Beschäftigte anzuheben oder von diesen höhere Zuzahlungen in die Rentenversicherung zu fordern. Bürgermeister Michael Bloomberg lobte beide Seiten für die Beilegung des Tarifkonflikts und dankte den New Yorkern „für ihre Geduld und Kooperation während drei sehr schwieriger Tage“.

Der Vorstand der Gewerkschaft habe dem Abschluss zugestimmt, sagte Gewerkschaftschef Toussaint in New York. Ein MTA-Sprecher sagte, auch deren Direktorium habe den Vertrag gebilligt. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen dem Abschluss noch zustimmen.

Bürgermeister Michael Bloomberg lobte die Einigung. „Die Vereinbarung sorgt für Kosteneinsparungen und Produktivität, die die Transportbehörde benötige. Es gibt angemessene Lohnsteigerungen, es sind aber auch wichtige Investitionen in die Infrastruktur möglich.“

Busse und Bahnen in New York standen von Dienstag bis Freitag still, Millionen Pendler waren betroffen. Der Stadt entstanden nach Angaben von Bürgermeister Bloomberg Einnahmeverluste in Höhe von einer Milliarde Dollar. MTA und die Gewerkschaft, die 33 700 Mitglieder vertritt, einigten sich nach dem Abbruch des Streiks auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Die TWU hatte von Beginn des Tarifstreits an starker Gegenwind ins Gesicht geblasen. Im Staat New York ist Mitarbeitern im öffentlichen Dienst das Streiken untersagt. Der TWU war deshalb von einem Gericht eine Strafe von einer Million Dollar pro Tag auferlegt worden. Zudem hatte es den Gewerkschaftschefs Haftstrafen angedroht und individuelle Geldstrafen für Streikende erwogen. Die Zeitung „New York Post“ bezeichnete die Streikenden als „Ratten“. Ein Restaurant verklagte nach eigenen Angaben die Gewerkschaft, die Verkehrsbetriebe, die Stadtverwaltung und den Bürgermeister in eigenem und im Namen anderer Geschäfte auf Schadensersatz von 250 Mill. Dollar.

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