London
„Hello, princess“

Eine Reise mit Kind sollte es sein, ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Ferien, nicht zum Faulenzen. Erlebnisreich, spannend, dennoch ein bisschen lehrreich, natürlich nicht zu offensichtlich. Alexandra (12) fand die Idee mit der Städtereise ziemlich cool. London auch, das Schulenglisch will schließlich auch mal ausprobiert werden.

LONDON. London hatte bei ihr schon 100 Punkte, bevor sie die Stadt gesehen hatte, denn Donald, der Concierge im Hotel Athenaeum direkt am Piccadilly, begrüßte Alexandra bei der Ankunft bereits mit „Hello, princess“. Er erwies sich auch als große Hilfe mit der Idee, gleich eine Stadttour im Doppeldeckerbus zu machen.

Sie hatte den Vorteil, dass die junge Dame nicht gleich fußmüde wurde, ihr Lieblingsverkehrsmittel entdeckte – nur oben und ganz vorne, versteht sich – und von der Stadt in ein paar Stunden mehr kennen lernte als bei jedem Fußmarsch, von der Unberechenbarkeit des Wetters mal ganz abgesehen. Außerdem ermöglicht das Hop-on-hop-off-Prinzip, auf spontane Neugier einzugehen.

So landeten wir gleich am ersten Tag am Big Ben, der von allen Seiten fotografiert werden musste. Über Westminster und die London Bridge ging es dann zum Tower, dessen Besichtigung sich dank eines deutschsprachigen Audioguide über Kopfhörer als ziemlich kurzweilig herausstellte. Ritterrüstungen für Kinder, dunkle Verliese, die Kronjuwelen und dazu Geschichten über unglückliche Königinnen, die aufs Schafott mussten: Alexandra fand danach Geschichte „richtig geil“.

Dasselbe Prinzip funktionierte auch im Kensington Palace, dem ehemaligen Wohnsitz von Prinz Charles, Lady Di und Prinzessin Margaret. Hier wollte sie sogar noch die geschichtlichen Erläuterungen hören und stand höchst interessiert an Glasvitrinen vor historischen Kostümen, um den Erklärungen zu lauschen, wie eine Dame im 18. Jahrhundert stilgerecht eingekleidet wurde.

Da Frühstücksbüfetts in Londoner Hotels – wie fast überall auf der Welt – Preise in astronomischen Höhen haben, beschlossen wir, ein paar Gehminuten vom Hotel entfernt in einem Schnellimbiss-Restaurant zu frühstücken, bei „Prêt à manger“. Der französische Name steht für eines der erfolgreichsten Londoner Selbstbedienungsrestaurants. Die Sandwich- und Salatkreationen ließen hungrige Kinderaugen aufleuchten. Als Alexandra sich auch noch Sushi zum Frühstück aussuchen durfte – „so was würde es zu Hause nie geben“ –, war der Tag gerettet.

Die Definition von „todlangweilig“ ist bei Kindern anders als bei Erwachsenen. So geschehen beim Angebot, eine Harry-Potter-Tour zu machen, die clevere Taxi-Unternehmen anbieten. Das reicht von dreieinhalb Stunden für eine London-Tour (154,50 Pfund) über eine Zehn-Stunden-Tour zu Drehschauplätzen in London und Oxford (405 Pfund). Alexandra zeigte sich wenig begeistert; hauptsächlich, weil keine Touren mit deutschsprachigen Führern angeboten werden und Schauplätze ohne Schauspieler keinen Reiz ausüben.

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