London im Ausnahmezustand
Trockenübungen für die Prinzenhochzeit

London, früher Mittwochmorgen: Straßen sind abgesperrt, Soldaten und Polizisten sichern das menschenleere Areal. Was nach Apokalypse klingt, ist die Generalprobe zur königlichen Hochzeit - mit Kutsche, ohne Brautpaar.
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LondonDie Generalprobe für die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton verlief wie die Beziehung des Paares - langer Anlauf, furioser Höhepunkt. Ab 2.00 Uhr (Ortszeit) war am Mittwoch die Prozessionsroute vom Buckingham Palast zur Westminster Abbey für den Verkehr gesperrt worden, doch stundenlang tat sich kaum etwas.

Erst gegen 5.00 Uhr marschierten die ersten Soldaten auf, die schließlich zu Hunderten die Strecke säumten. Sie waren aber lange Zeit vornehmlich damit beschäftigt, auf Anweisung ihrer Vorgesetzten den korrekten Abstand zueinander und zum Bordstein zu finden.

Gerade als die Sonne über die Baumwipfel von St. James's Park zu erkennen war, ging das Spektakel gegen 6.30 Uhr urplötzlich dann doch los. Polizisten zu Pferde machten den Anfang, gefolgt von degenbewehrten Soldaten mit goldfarbenen Helmen auf Rappen. Sie geleiteten drei Kutschen und eine Limousine auf den Vorhof des Palastes, wo sie von einer Kapelle mit der Hymne „God Save the Queen“ begrüßt wurden.

„Wie wunderbar, es ist so extravagant. Als Französin dürfte ich das gar nicht sagen“, freute sich Anne Batlogg, die sich wie nur einige wenige Schaulustige am Palast eingefunden hatte. Großbritannien sei einfach eines der letzten Länder, das seine militärische Macht noch derart offen zur Schau stelle. Auch Trish Clancy freute sich über die Generalprobe - dürfte es doch am Freitag nur für wenige einen so guten Blick auf die Prozession geben. Die Angestellte des nationalen Gesundheitsdienstes NHS glaubt daran, dass die Ehe von William und Kate halten wird: „Sie hatten schließlich viele Jahre lang Zeit zu üben.“

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