Luftfahrt
Lufthansa und Air Berlin wollen keine Telefonate an Bord

Die EU erlaubt Mobilfunk an Bord. Die ersten Fluggesellschaften preschen vor: Air France testet bereits, Emirates rüstet schon Maschinen entsprechend um. Die größten deutschen Fluggesellschaften bleiben vorerst zurückhaltend und setzten stattdessen aufs Internet.

DÜSSELDORF. Die von der EU-Kommission verabschiedeten Vorgaben, die es erlauben, auch an Bord eines Flugzeugs mit dem Handy zu telefonieren, wollen die größten deutschen Fluggesellschaften vorerst nicht nutzen. Deutsche Lufthansa und Air Berlin wollen sich bis auf Weiteres darauf konzentrieren, erst einmal die technischen Voraussetzungen für die Internetnutzung an Bord zu schaffen. "Umfragen haben immer wieder ergeben, dass Passagiere das Telefonieren an Bord nicht wünschen", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Telefonieren ist laut, das Empfangen und Verschicken von Mails dagegen nahezu geräuschlos", sagte eine Air Berlin-Sprecherin.

Während Lufthansa durch ein Projekt mit dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing bereits über zweijährige Erfahrung mit Internet on Bord verfügt, die meisten Langstreckenjets technisch entsprechend ausgestattet sind und Lufthansa sich zudem in intensiven Gesprächen mit einem neuen Partner befindet, steht Air Berlin erst am Anfang. Bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft gab es bisher kein Pilotprojekt. In welchem Zeitraum und zu welchen Kosten die insgesamt 124 Maschinen umgerüstet werden könnten, ist deshalb noch unklar.

Mit ihrer Zurückhaltung treffen Lufthansa und Air Berlin zwar den Nerv ihrer Passagiere, die sich eigenen Angaben zufolge in Umfragen immer wieder gegen das Telefonieren an Bord ausgesprochen haben. "Das Flugzeug ist im Geschäftsleben der letzte Ruheraum", sagt Philipp Goedeking, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Airconomy. Das Festhalten an der handyfreien Zone sei ein echter Wettbewerbsvorteil.

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