Luftfahrtbranche
Fliegen bald nur noch mit E-Ticket

Lange vorbei sind die Zeiten, da ein Flugticket noch so etwas wie einen Hauch von Fernweh und Exklusivität vermittelte - nun muss das hauchdünne Papier mit mehreren Durchschlägen selbst in die Abfalltonne: Ab dem 1. Januar 2008, so will es die Weltluftfahrtorganisation IATA, soll kein Papier mehr mit Flugdaten bedruckt werden - die Zukunft gehört allein dem elektronischen Ticket.

DÜSSELDORF. Der Aufwand, den die Fluggesellschaften einsparen wollen, ist enorm: Derzeit drucken die knapp 300 Airlines, die der IATA angeschlossen sind, Jahr für Jahr rund 300 Millionen Flugscheine aus. Und jedes Papierticket kostet die Unternehmen zwischen acht und neun Euro für Verwaltung und Abrechnung.

Für deutsche Geschäftsreisende ist das papierlose Fliegen längst Routine. Knapp 80 Prozent aller Inlandstickets, die in diesem Jahr gebucht werden, tauchen nur noch im Computer auf, schätzt der zum Lufthansa-Konzern gehörende Geschäftsreiseanbieter Airplus. "Das Ziel, bis Ende 2007 auf das Papierticket völlig zu verzichten, erscheint ehrgeizig, aber erreichbar", meint Geschäftsführer Lutz Logemann.

Bei Lufthansa werden bereits mehr als 75 Prozent aller in Deutschland ausgestellten Tickets nicht mehr auf Papier ausgedruckt. Innerdeutsch lag 2005 die Nutzung schon bei über 90 Prozent, nach 57 Prozent im Jahr zuvor. British Airways hat das E-Ticket bereits zum Standard-Ticketformat erhoben. Weit über 90 Prozent aller Tickets weltweit würden bereits papierlos ausgestellt.

Damit erreichen die Briten die US-Airlines, die bisher die Spitzenreiter beim elektronischen Ticketing waren - nicht zuletzt, weil sie die ersten waren, die das Papier abschafften und die Akzeptanz der Fluggäste mit zum Teil saftigen Aufschlägen fürs Papierticket-Ausstellen vorantreiben. So knallhart geht das Geschäft hier zu Lande nicht. Gleichwohl: Wer etwa bei Lufthansa die Flugdaten auf Papier ausgedruckt haben will, zahlt acht Euro mehr.

Doch bei Auslandsflügen sind hierzulande gleichwohl viele Kunden noch zögerlich. Insbesondere bei Interkontinentalreisen gibt es noch erheblichen Nachholbedarf. Einer Untersuchung von Airplus zufolge buchten zwar Großkonzerne für Überseetripps schon zwei von drei Tickets elektronisch, bei kleineren Unternehmen ist eine derartige Akzeptanz aber noch lange nicht erreicht. Kleinere und mittlere Unternehmen "sind erst noch dabei, die Vorteile elektronischer Tickets zu entdecken", meint Logemann.

Seite 1:

Fliegen bald nur noch mit E-Ticket

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%