Lufthansa nutzt Nischen im Interkontinentalverkehr
Chicago nonstopp ohne Stress

Als Erfolg wertet die Lufthansa ihre Direktverbindungen in die USA abseits des großen Flugkreuzes Frankfurt. Seit zwei Jahren bedient die Airline die Linie Düsseldorf - Newark (Nähe New York) mit speziell präparierten Maschinen der Schweizer Privatcharter-Gesellschaft PrivatAir. Seit einem Jahr hat die Kranichlinie zusätzlich die Strecke Düsseldorf-Chicago ins Programm genommen. Auch von München fliegt ein „Executive Jet“ nach Newark.

Die Luftfahrtbranche war in den zurückliegenden Jahren durch Terrorangst, die Lungenkrankheit SARS, die Wirtschaftsflaute und die Entwicklung des Ölpreises unter Druck geraten. Die etablierten Airlines sehen sich zudem einem Preisdruck durch Billigflieger ausgesetzt. Im hart umkämpften Markt versuchen die Gesellschaften, Nischen zu finden. Die Lufthansa glaubt, eine solche im Nordatlantik-Geschäft entdeckt zu haben. In diesem vor allem von Business-Reisenden dominierten Markt sieht die Airline eine Chance, ihre wichtigste Klientel mit Spezialangeboten locken zu können.

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Direkt mit "Executive Jets"

Dazu zählen die neuen Direktflug-Linienverbindungen von Düsseldorf und München aus mit den so genannten Executive Jets. Die Maschinen wurden für den Nordatlantik-Verkehr umgerüstet. Die eigentlich für Kurz- und Mittelstrecken konstruierten Airbus A 319 und Boeing 737 erhielten zusätzliche Tanks. Außerdem sind sie nur für Business-Class-Kunden zugänglich. Ihnen bietet die Airline 48 Plätze - weit weniger, als sonst in den Jets montiert werden. Hier setzt der Service an, mit dem die Lufthansa wirbt: Die Gäste sollen komfortabel und schnell reisen können: Der Check-In für 48 Passagiere ist zügiger erledigt als bei größeren Maschinen. Immer mehr Fluggäste schätzten zudem das schnelle Umsteigen in Düsseldorf, sagt Steffen Weinstok, Chef des Lufthansa-Vertriebs für Nordrhein-Westfalen (NRW). Die Wege im Düsseldorfer Flughafen sind im Vergleich zu den Passagen durch die Frankfurter Terminals kurz. Umsteiger aus Hamburg würden das Angebot ebenso begrüßen wie Kunden aus Stuttgart. Auf der Strecke Berlin - New York gehe die schnellste Verbindung über Düsseldorf, sagt Weinstok für das Lufthansa-Angebot.

Auf Umsteiger angewiesen

Auf die Umsteiger ist die Airline angewiesen. "Wir decken den lokalen Bedarf ab, aber das würde nicht ausreichen", erklärt Weinstok. Sowohl in Düsseldorf als auch in Chicago nutzen zwei Drittel der Fluggäste die Airports als Drehscheibe. Vor allem die NRW-Hauptstadt ist aber auch Zentrum eines starken Marktes. In der 90-Minuten-Zone rund um den Flughafen, die die Airlines als Maßstab nehmen, leben rund 18 Millionen Menschen. In Nordrhein-Westfalen haben 40 der 100 größten Unternehmen Deutschlands ihren Sitz. Auf der anderen Seite dient Chicago als Drehscheibe. Von dort aus bedienen Gesellschaften der Star Alliance - einem Luftfahrt-Bündnis, dem auch die Lufthansa angehört - 50 weitere Ziele in den USA.

Positive Bilanz

Die deutsche Fluggesellschaft zieht nach einem (Chicago) bzw. zwei Jahren eine positive Bilanz für ihr Nischenprodukt: Mit der Newark-Linie sei man "sehr zufrieden", sagt Frank Püttmann, Pressesprecher der Lufthansa in NRW. Die Chicago-Linie sei noch zu neu, um sie zu bewerten. Aber auch hier entwickle sich das Geschäft "nach oben". Allerdings gibt es Zeiten, zu denen die Maschinen nicht ausgelastet sind, beispielsweise im Sommer. Problematisch wäre es, die Linie in dieser Zeit auszudünnen. Neben Geschäftsreisenden spricht die Lufthansa daher zurzeit auch Interessierte an Kurzreisen an. Da Hotels zu Nicht-Geschäftszeiten (Wochenenden beispielsweise) ebenfalls Kapazitäten frei haben, bot sich eine Zusammenarbeit an. Gemeinsam mit Swissotel offeriert die Fluggesellschaft in einer Sommeraktion beispielsweise den Chicago-Flug für 1.999 Euro und das Chicagoer Haus der Hotelkette die Übernachtung für 149 Dollar. Das Hotel wirbt mit seiner Lage in der Stadtmitte („nur einen Steinwurf“ von der Einkaufsstraße „Magnificent Mile“ entfernt) und der Möglichkeit, Kinderzimmer einzurichten.

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