Luxus-Reisende
Wie alte und neue Reiche die Welt entdecken können

Der Markt für Luxusurlauber wächst jährlich um etwa zehn bis zwanzig Prozent, unbeeindruckt von Konflikten in der Touristik-Branche. Doch schon jetzt macht die relativ überschaubare Zielgruppe der so genannten „High Net Worth Individuals“ ein Viertel des gesamten Reisegeschäfts aus – Luxus-Reisende kennen keine Krisen und meiden übervolle Flughäfen

CANNES. Sieben rote und schwarze, blitzblank polierte Edelkarrossen vor den Toren der Betonhässlichkeit des Kongresszentrums von Cannes sind nicht nur Blickfang, sondern zugleich Programm: So lässig, wie die unverschämt attraktiv aussehenden Boliden auf der berühmten Flaniermeile Croisette in der alles in Glanz versetzenden Spätherbstsonne geparkt sind, können sie morgen schon auf der Piazza Navona in Rom stehen oder die sanfte toskanische Hügellandschaft um einen Augenschmaus bereichern.

„Italia in Ferrari“ heißt schlicht das Angebot, das wohl auch notorische Nicht-Autofahrer schwach werden lassen könnte. „Sie werden niemals den ersten Augenblick hinter dem Steuer eines Ferrari vergessen“, macht der Prospekt der potenziellen Kundschaft den Mund wässerig. Eine individuelle Rundreise zu besten Adressen des Stiefellandes, ganz nach Wunsch zusammengestellt, lockt eine zahlungskräftige Kundschaft, die im Hintergrund diskret begleitet und betreut wird. Wie heißt es so schön im Werbetext: „Und am nächsten Morgen wartet ihr Ferrari auf Sie, frisch gereinigt und betankt.“

Auf solche und ähnliche exklusive Reiseangebote fährt eine immer größer werdende weltweite Klientel ab. Der International Luxury Travel Market, der heute in Cannes zu Ende geht, präsentierte eine bunte, globale Reise-Vielfalt , die mit der Flug-Pauschalreise an die Mittelmeer-Badestrände nicht mehr viel gemein hat. Wer sich den Luxusurlaub leisten kann, gibt im Schnitt dafür 20 000 Dollar aus, so der zur Messe präsentierte Branchenreport.

Die Zielgruppe der „High Net Worth Individuals“, schnöde HNWIs abgekürzt, macht der Untersuchung zufolge zwar nur drei Prozent aller touristischen Ankünfte weltweit aus. Doch auf der Ausgabenseite schlagen sie mit 180 Mrd. Dollar so kräftig zu Buche, dass sie bereits ein Viertel des gesamten Reisegeschäfts darstellen. Tendenz steigend, nicht zuletzt dank der „Ultra-HNWIs“: Laut Report wächst der Markt um zehn bis zwanzig Prozent im Jahr, unbeeindruckt von Krisen und Konflikten, die der Touristik-Branche sonst zu schaffen machen.

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