Mehdorn bezeichnete die Verbindung als „unschlagbar“
Von Hamburg nach Berlin in 90 ICE-Minuten

Mit der Eröffnung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke dauert die Zugfahrt zwischen Hamburg und Berlin jetzt nur noch 90 Minuten und ist damit über eine halbe Stunde kürzer als bisher.

HB HAMBURG/BERLIN. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn weihten die rund 650 Millionen Euro teure, 287 Kilometer lange Verbindung am Sonntag mit einer Fahrt von der Hanse- in die Hauptstadt ein. Der ICE beschleunigt während der Fahrt zwischen den beiden größten deutschen Städten stellenweise auf rund 230 Kilometer pro Stunde. Das Durchschnittstempo beträgt 190 Stundenkilometer. Mehdorn bezeichnete die Verbindung als „unschlagbar“. Mit dem Auto brauche man doppelt so lange wie mit dem Zug und eine Flugverbindung zwischen den beiden Städten gebe es nicht.

Mehdorn zeigte sich optimistisch, mit der neuen Verbindung auch höhere Passagierzahlen zu erzielen: „Ich glaube, wir werden Steigerungen zwischen zehn und zwölf Prozent sehen.“ Derzeit gebe es auf der Strecke rund 2,4 Millionen Reisende im Jahr, 2005 wolle die Bahn 2,8 Millionen befördern: „Das erwarte ich, wenn es gut läuft.“

Wenn man sich vergegenwärtige, dass die Fahrzeit nach dem Fall der Mauer noch über vier Stunden gedauert habe, könne man die Leistung des Ausbaus ermessen, sagte Stolpe bei der Eröffnung. Erst 1997 habe die Fahrtzeit zwischen den beiden Metropolen auf zwei Stunden und 15 Minuten reduziert werden können. Damit habe sie rund drei Minuten weniger betragen als die des legendären „Fliegenden Hamburgers“, der die beiden Städte von 1933 und 1939 verbunden hatte.

Erst nachdem im Jahr 2000 Bund und Deutsche Bahn AG endgültig aus Kostengründen auf den Bau einer Transrapid-Strecke zwischen Hamburg und Berlin verzichtet hatten, begann der Ausbau der Strecke für die modernen Hochgeschwindigkeitszüge der Bahn.

Nach Stolpes Worten investierten Bund und Unternehmen seit 1991 rund 2,46 Milliarden Euro in den Ausbau der Strecke. Damit sei ein Beitrag geleistet, die beiden Städte wieder näher zusammen zu bringen. „Die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Berlin wird durch die verbesserte Infrastruktur viele neue Früchte tragen.“

Reisende im ICE 1519, der Hamburg unmittelbar vor dem Festzug verlassen hatte, hatten weniger Glück mit der Verbindung als Stolpe und Mehdorn. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers kam es bei diesem Zug zu einem Defekt zwischen Oberleitung und Stromabnehmer an der Lok. Um den Einweihungszug vorbei zu lassen, sei der defekte ICE auf ein Nebengleis geleitet worden. Beim folgenden Anfahrversuch sei es jedoch zu einem Totalausfall des Zuges gekommen. Die Passagiere seien deshalb auf den nachfolgenden Intercity transferiert worden und hätten ihr Ziel mit etwa 70 Minuten Verspätung erreicht.

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