Mengenbegrenzung bei Flüssigkeiten
EU plant strengere Regeln für Handgepäck

Fluggäste in Europa müssen sich auf schärfere Vorschriften für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck einstellen. Die Fluggesellschaften konnten aber erreichen, dass Flüssigkeiten an Bord nicht völlig verboten sind.

BRÜSSEL / FRANKFURT. Begrenzt werden solle vor allem die Menge, sagte EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot in Brüssel. Auf ein völliges Verbot von Flüssigkeiten an Bord von Flugzeugen verzichtete die EU-Kommission. Ihr sei es darum gegangen, eine „angemessene Antwort“ auf die neue Bedrohung zu finden, sagte Barrot.

Die Fluggesellschaften setzten sich damit in entscheidenden Punkten bei den neuen Regelungen für das Handgepäck durch. Der Branchenverband IATA hatte dafür plädiert, bis zu 150 ml Flüssigkeit an Bord zu erlauben. Ein komplettes Verbot hätte sich nach Ansicht der Airlines negativ auf das Geschäft ausgewirkt. Ein Sprecher der Lufthansa sprach gestern von einem „Schritt in die richtige Richtung“. Der Vorschlag werde den Bedürfnissen der Fluggäste gerecht.

Nach dem nun vorliegenden Gesetzentwurf, den Barrot gestern präsentierte, soll die erlaubte Menge von Flüssigkeiten im Handgepäck künftig streng begrenzt werden. Produkte des persönlichen Bedarfs wie Zahnpasta, Parfum, Babynahrung und Kontaktlinsenmittel sollen aber weiterhin zugelassen sein. Die exakten Höchstmengen würden nach weiteren Beratungen mit den EU-Staaten in den kommenden Wochen festgelegt, sagte Barrot nach der Kommissionssitzung. Am 26. September beraten die EU-Staaten im Ausschuss für Flugsicherheit den Vorschlag des Verkehrskommissars.

Auch Flüssigkeiten, die Passagiere im Duty-Free am Flughafen kaufen, dürfen künftig in versiegelten Tüten weiter als Handgepäck mitgenommen werden. Außerhalb des Flughafens gekaufte Flüssigkeiten müssen dagegen mit dem Gepäck aufgegeben werden. Die neuen Vorschriften sind die Folge der Mitte August in London von der Polizei aufgedeckten Anschlagspläne muslimischer Fundamentalisten mit flüssigem Sprengstoff. Unmittelbar danach war die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck auf Flügen in die USA vorübergehend komplett verboten worden.

Barrot versprach, es werde eine vernünftige Lösung geben, die sowohl die wirtschaftlichen Interessen der Airlines und Flughafenbetreiber berücksichtige als auch das erhöhte Sicherheitsbedürfnis. Der Vorschlag des EU-Kommissars sieht strengere Vorschriften auch für die Mitnahme von Laptops im Handgepäck vor. Sie müssen vor der Durchleuchtung an den Sicherheitsschleusen im Flughafen künftig immer aus ihren Taschen genommen werden. An vielen Flughäfen ist dies bereits gängige Praxis. Keine zusätzlichen Beschränkungen soll es bei der Größe des Handgepäcks geben, hier gelten weiterhin die bisherigen Höchstgrenzen.

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