Messe Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
Fit bleiben im Job

Sitzen ist das neue Rauchen. Das realisieren immer mehr Unternehmen. Vor allem Rückenleiden nehmen stark zu und mindern die Produktivität. Dagegen hilft: Gesünder essen und mehr bewegen im Büro.
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DüsseldorfMitarbeiter, die lange für den Job fit bleiben und nicht Gefahr laufen, eine Berufskrankheit zu entwickeln – das ist neuer Schwerpunkt auf der Messe A+A 2017 in Düsseldorf. In mehr als 50 Veranstaltungsreihen referierten 350 hochrangige Experten aus Politik, Forschung und Praxis des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Kranke Mitarbeiter bedeute hohe Verluste für die Volkswirtschaft. Deshalb betrachtet Bruno Zwingmann, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi), die Fehltage erkrankter oder durch Unfälle beeinträchtigter Arbeitnehmer auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat festgestellt, dass sich aus der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 15,2 Tagen je Arbeitnehmer im Jahr 2015 insgesamt 587,4 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage ergeben. Dadurch entstehen Produktionsausfälle von insgesamt 64 Milliarden Euro oder ein Ausfall an Bruttowertschöpfung von 113 Milliarden Euro.

Dagegen hilft: Vorbeugen. Eine Unternehmenskultur, die Gesundheit fördert, könne viel bewirken, glaubt Professor Bernhard Zimolong, Ehrenvorstand im Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit (PASiG). So sei es lange nicht vorstellbar gewesen, auch in Branchen mit schwerer körperlicher Arbeit auf unter zehn Unfälle pro eine Million Arbeitsstunden zu kommen.

Entscheidend dafür sei gewesen: Ein Umdenken in Richtung einer positiven Fehlerkultur. Es dürfe nicht darum gehen, jemandem die Schuld für einen Fehler zuzuschieben, sondern nach den Ursachen für Unfälle zu suchen. „Diese Kultur kann sich jedoch nur entwickeln, wenn das Management dahinter steht“, stellt Zimolong fest.

Stimmt die Einstellung in der Firma, könnte dies auch die Rückenleiden verringern. Rückenschmerzen sind ein besonders häufiger Grund für Krankmeldungen sind. Dass sie durch eine Veränderung von Arbeitsabläufen, Führungs- und Gesundheitsaktivitäten der Mitarbeiter innerhalb des Jobs positiv beeinflusst werden können, sei durch Untersuchungen inzwischen häufig belegt worden.

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