Mexico
Über Stock und Stein

Herrliche Strände, türkisfarbene Lagunen, Korallen und Wassersport aller Art ziehen die Touristen an. Aber es ist natürlich auch das ausgeglichene, subtropische Klima, das die Urlaubsgäste an Mexico schätzen.

CANCÚN. Wenn man nur ein Fleckchen dieser Erde als Paradies bezeichnen dürfte, es müsste Mexiko sein.“ So jedenfalls die Worte von Alexander von Humboldt, der sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen würde, wenn er heute Cancúns Hotelmeile sehen könnte.

Das sagen jedenfalls Fidel und Jesus, die als Bedienstete eines großen Hotels ihrem Job nachgehen. Ihr Job ist vielfältig und abwechslungsreich. Sie lieben es, wenn sie zusammen an der Strandbar den All-inclusive-Urlaubern Getränke kredenzen und in radebrecherischem Kauderwelsch Kontakte knüpfen.

Denn der „Goldtopf“, so das Mayawort für Cancún, ist prall gefüllt. Und das wissen die Mexikaner zu schätzen, denn Arbeitslosigkeit gibt es hier so gut wie nicht. Vom einfachen Fischerdorf hat sich Cancún in gerade mal 20 Jahren zum Badeort der Superlative entwickelt. Es gilt als Mexikos beliebtestes Ferienzentrum in computergesteuertem Design.

Herrliche Strände, türkisfarbene Lagunen, Korallen und Wassersport aller Art ziehen die Touristen an. Aber es ist natürlich auch das ausgeglichene, subtropische Klima, das die Urlaubsgäste schätzen. Die Hotelmeile ist 19 Kilometer lang, bietet alle Sterne-Kategorien und Jubel, Trubel, Heiterkeit. Bausünden mit eingeschlossen. Etwas gediegener geht es da schon an der Rivera Maya zu, wo sich zwar auch Hotel an Hotel reiht, die einzelnen Anlagen jedoch gekonnt in die Natur integriert wurden. Hier sucht man Hochhausarchitektur vergeblich. Welch ein Glück.

Aber eigentlich ist Cancún nicht Mexiko, nicht jenes Land, das von den Mayas geprägt wurde und Reize in Hülle und Fülle bietet. Wie sich Cancún seit meinem letzten Aufenthalt im Jahre 1980 verändert hat, das stelle ich nun mit eigenen Augen fest. Ich möchte trotzdem noch einmal eintauchen in diese Welt aus Pyramiden, Palästen, tropischen Urwäldern und endlosen Stränden. Da bietet es sich geradezu an, dass Jesus, mein Barmann, ein paar Tage Urlaub hat und sich auf den Weg nach Mérida machen will. Kurz entschlossen, schließe ich mich an, und los geht’s mit seinem knallroten VW-Käfer, auf den er stolz wie Oskar ist. Wir machen einen Abstecher nach Tulum, die einzige Maya-Festung, die auf einem Felsen am Meer gebaut wurde. Tulum ist faszinierend, geheimnisvoll und irgendwie einzigartig. Das liegt natürlich nicht zuletzt an der Lage auf einer zwölf Meter hohen, weithin sichtbaren Felsklippe über feinsandigem weißem Sand am türkisblauen Meer. Die Blütezeit der archäologischen Stätte fällt in die Zeit zwischen 1200 und 1550, und es gilt als sicher, dass sie das wichtigste wirtschaftliche und religiöse Zentrum an der Ostküste Yucatáns war. Von hier setzten Pilger auf die nahe gelegene Isla Cozumel über, einen Wallfahrtsort der hoch verehrten Göttin Ix Chel.

200 Straßenkilometer in Mexiko – das bedeutet Schlaglöcher, Passanten und Tiere und „schlafende Polizisten“. So jedenfalls werden die Bodenwellen genannt, die vor und innerhalb von Ortschaften notorische Raser von ihrem Zwang abhalten sollen. Wer hier nicht höllisch aufpasst, der kann seine Achse für ewig und immer vergessen. Aber Jesus kennt diese Fallen und fährt jedes Mal im Schritttempo auf die „vibradores“ zu.

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