Miesmuschelfischer
Per GPS durchs Wattenmeer

Kurs Nordwest: Auf dem Weg durch die Fahrwasser von Ley und Bantsbalje zu den Muschelbänken von Nordland. An Bord: Kapitän Wolfgang Christoffers - einer der letzten Miesmuschelfischer an der niedersächsischen Küste.

Das Meer liegt grau und matt vor dem Deich, müde schwappen die Wellen an die gewaltige Sielanlage vor Greetsiel. Langsam zeichnet sich die Silhouette der „Andrea“ in der diesigen Trübseligkeit eines frühen Nordseemorgens ab. Kurs Nordwest, durch die Fahrwasser von Ley und Bantsbalje zu den Muschelbänken von Nordland. Käpt’n Wolfgang Christoffers ist einer von vier Miesmuschelfischern an der niedersächsischen Küste.

Die regelmäßigen Lichtblicke des Leuchtturms Hauen sind mehr zu erahnen als zu erkennen. GPS und Tiefensonar führen Christoffers und seine Mannschaft sicher durch das Wattenmeer. Christoffers hat Konzessionen von insgesamt 380 Hektar, die muss er jedes fünfte Jahr beim staatlichen Fischereiamt in Bremerhaven neu beantragen.

Ein Miesmuschelmanagementplan sorgt dafür, dass die Ressourcen nicht überbeansprucht werden und abgeerntete Flächen Zeit haben, sich wieder zu regenerieren. Oder mit Saatmuscheln versorgt werden, auch das Aussäen von Muscheln gehört zu den Aufgaben eines Muschelfischers. Heute soll auf den Bänken zwischen der Insel Juist und der Leybucht geerntet werden.

Günther Vogel und Rolf Bödecker ziehen sich das schwere Ölzeug an und gehen an Deck, die Arbeit beginnt, Kommandos werden über Sprechfunk verteilt, die „Andrea“ wiegt sich in der Dünung, die Zielposition ist erreicht.

Langsam kriecht der Tag über die See, richtig hell wird es heute nicht werden. Keine drei Meter unter dem Rumpf liegt die Beute, tonnenweise und mehr als daumengroße Miesmuscheln – eine Delikatesse und in den Monaten mit „r“ – der Muschelsaison – ein unbedingtes Muss in den Restaurants an der Küste. Miesmuscheln können eigentlich das ganze Jahr über genossen werden. In Deutschland werden sie jedoch traditionell zwischen September und April angeboten. Dies kommt aus einer Zeit, zu der es keine Kühlkette zwischen Nordsee und Verbraucher gab – also wurden sie nur in den kalten Monaten angeboten.

Am Bug des Schiffes sind zwei Ausleger, ein Mechanismus zum Heben und Schwenken der Schleppnetze. Mit Hebeln auf der Brücke dirigiert Christoffers die Ausleger und Netze. Nun werden die Schleppnetze in der Nordsee versenkt und über die Muschelbank gezogen. Sind sie voll, hievt Christoffers sie hoch und bewegt das prallvolle Netz in Richtung Schiff.

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