Millionen für Regionalverkehr
Deutsche Bahn stockt ihr Sicherheitspersonal auf

Die Bahn reagiert auf die zunehmenden Zwischenfälle im Regionalverkehr. In den kommenden Jahren soll ein zweistelliger Millionenbetrag in die Sicherheit der Fahrgäste investiert werden, in erster Linie für mehr Personal, das in den Abend- und Nachtstunden die Züge überwacht.
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HB POTSDAM. Die Bahn will künftig mehr Sicherheitspersonal im Regionalverkehr einsetzen. Mehr als 31 Mio. Euro wolle das bundeseigene Verkehrsunternehmen dafür in den kommenden Jahren zusätzlich ausgeben, kündigte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag in Potsdam an. "Sicherheit ist für uns das wichtigste Gut überhaupt." Mit dem Geld könnten etwa 300 zusätzliche Sicherheitskräfte insbesondere in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt werden. Auch die Videoüberwachung solle weiter ausgebaut werden.

Bislang sorgten etwa 3200 Mitarbeiter der Bahn für die Sicherheit, erklärte Grube. Hinzu kommen ungefähr 5000 Bundespolizisten. Mit der Bundespolizei besteht seit zehn Jahren eine Sicherheitspartnerschaft.

Zu der gemeinsamen "Sicherheitskonferenz Bahn 2010" in Potsdam war auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gekommen. Er begrüßte die Initiative der Bahn. Im internationalen Vergleich könne sich Deutschland hinsichtlich Sicherheit, Gewaltfreiheit und Sauberkeit in Bahnhöfen sehen lassen.

Immer wieder kommt es jedoch auf Bahnhöfen und in Regionalzügen zu Gewalt. Einige Fälle erregten bundesweit Aufsehen, wie etwa der des Münchner Geschäftsmannes Dominik Brunner, der im September 2009 vier Kinder in einer S-Bahn beschützen wollte und von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde. Die meisten Gewalttaten gibt es nach Bahnangaben im Umfeld von Fußballspielen, Konzerten oder Volksfesten.

Grube betonte, dass statistisch gesehen in Zügen und Bahnhöfen weniger Menschen Opfer von Gewalttaten werden als in anderen öffentlichen Räumen. Im vergangenen Jahr habe die Statistik der Bundespolizei weniger als ein Körperverletzungsdelikt auf 100 000 Zugreisende ausgewiesen. Bei täglich mehr als sieben Mio. Kunden in 27 000 Zügen würden weniger als 30 Fälle pro Tag angezeigt.

Um das Sicherheitsgefühl der Kunden weiter zu stärken, müsse die Präsenz des Personals erhöht werden. Erst im März hatte die Bahn angekündigt, ihr Sicherheitspersonal aufzustocken. Grube stellte noch eine weitere Neuerung vor: Künftig könnten Mitarbeiter der Bahn - Tochter DB Sicherheit auf dem Weg zur Arbeit kostenlos Zug fahren - wenn sie bereits in Uniform unterwegs seien. Für Polizisten gibt es seit einigen Jahren eine ähnliche Regelung.

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