Millionenverluste rechtfertigen keinen Weiterbetrieb
Tempelhof droht die Schließung

Das Ende ist wieder einen Schritt näher gerückt für den traditionsreichen Berliner Innenstadtflughafen Tempelhof. Das Land genehmigte die Einstellung zu Ende Oktober.

HB BERLIN. Das Land Berlin genehmigte am Mittwoch den Antrag der Flughafengesellschaft, den Betrieb des defizitären City-Airports Ende Oktober einzustellen. Die in Tempelhof aktiven Fluglinien kündigten allerdings Klage gegen den Bescheid an. Der Senat will die Innenstadt-Flughäfen Tempelhof und Tegel schließen und den Airport Berlin-Schönefeld zum einzigen Großflughafen ausbauen. Die Inbetriebnahme ist für 2010 vorgesehen.

Der SPD/PDS-Senat begrüßte die Entscheidung. Dies sei ein erster Baustein für den Ausbau des Flughafens Schönefeld, hieß es in einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Auch der Chef der Berliner Flughäfen, Dieter Johannsen-Roth, begrüßte die Entscheidung über Tempelhof, wo während der Luftbrücke 1948/49 die „Rosinenbomber“ landeten. „Auch wenn unser Herz an diesem Flughafen hängt - weder die seit Jahren sinkenden Passagierzahlen noch die jährlichen zweistelligen Millionenverluste rechtfertigen den Weiterbetrieb.“

Mit der Befreiung von der Betriebspflicht muss die Flughafengesellschaft in Tempelhof nicht mehr flugtechnische Einrichtungen wie die Flughafenfeuerwehr oder Sicherheitsdienste bereitstellen. Die Arbeitsgemeinschaft der Luftverkehrsgesellschaften am Flughafen Tempelhof will dagegen rechtlich gegen das baldige Aus für den Airport vorgehen. Sobald der Bescheid der Luftverkehrsbehörde vorliege, solle beim Oberverwaltungsgericht Widerspruch eingelegt werden, sagte ein Sprecher.

Bis zu einer vollen Inbetriebnahmen des geplanten Großflughafens in Schönefeld müsse die Kapazität aller drei Haupstadt-Airports erhalten bleiben. Vor allem am größten Berliner Flughafen in Tegel sei die Kapazität bereits jetzt erschöpft. Auch die Industrie- und Handelskammer und die oppositionelle CDU nannten die Entscheidung einen Fehler und setzten Hoffnung in die Klage.

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