Mit der Rechnung kommt der Schock
Firmen-Handy wird im Ausland teuer

Die Zahlen können deutlicher nicht sein: 14 Prozent aller Gesprächsminuten, die Siemens-Mitarbeiter mit ihren Firmenhandys im Ausland telefonieren, erzeugen 66 Prozent der Mobilfunkkosten. „Ein gigantisches Ungleichgewicht“, sagt Werner Ommert, zuständig für das Thema Mobilfunk bei der Siemens-Abteilung Corporate Mobility Services.

HAMBURG. Die Zahlen können deutlicher nicht sein: 14 Prozent aller Gesprächsminuten, die Siemens-Mitarbeiter mit ihren Firmenhandys im Ausland telefonieren, erzeugen 66 Prozent der Mobilfunkkosten. „Ein gigantisches Ungleichgewicht“, sagt Werner Ommert, zuständig für das Thema Mobilfunk bei der Siemens-Abteilung Corporate Mobility Services. „Man wird zur Kasse gebeten“, findet auch Bernd Ruttloff, Leiter Travel Management der Essener Hochtief.

Immer mehr Firmen in Deutschland merken: Das Mitarbeiter-Handy im Ausland ist eine teure Angelegenheit. Bei Telefonaten in und aus dem Ausland, dem so genannten Roaming, langen die Mobilfunknetzbetreiber zu. In einigen Ländern Europas schlagen eingehende Anrufe mit bis zu drei Euro pro Minute zu Buche. Bei einer steigenden Zahl von Firmen-Handys sind die Überweisungen an T-Mobile und andere ein bedeutender Kostenfaktor. Allein bei Siemens in Deutschland produzieren derzeit 70 000 Firmenhandys 50 Mill. Euro Mobilfunkkosten pro Jahr.

Der Widerstand gegen die elektronische Wegelagerei wächst. EU-Kommissarin Viviane Reding fordert eine im Internet veröffentlichte Liste mit allen Roaming-Gebühren. Auch immer mehr Firmen handeln. Nachdem der Kostentreiber Handy entdeckt war, rief etwa Siemens die Initiative „mobil 15“ ins Leben. Ziel: 15 Prozent der Mobilfunkkosten sollten binnen eines Jahres gesenkt werden. Dazu wurden neue Verträge mit den Mobilfunkanbietern ausgehandelt. Und die Mitarbeiter werden gebeten, im Ausland möglichst das Festnetz zu nutzen, keine Rufumleitungen einzuschalten (doppelte Gebühren) und sich kurz zu fassen. E-Mails sollten möglichst von stationären Internet-Zugängen und nicht über das Mobilfunknetz abgerufen werden. Bei längeren Auslandsaufenthalten rät man Mitarbeitern, lokale Sim-Karten zu kaufen.

Der Baukonzern Hochtief AG kämpft mit Verhandlungen gegen die Handy-Kosten. Der Konzern hat zunächst seine Verträge mit vielen verschiedenen Providern gekündigt und konzentriert sich auf zwei Partner, Vodafone und T-Mobile. Hochtief ermittelte das Telefonvolumen und die Mitarbeiterzahl in jedem Auslandsmarkt und bittet die Provider um Preis-Vorschläge. Sollten keine guten Angebote kommen, schließt Travel-Manager Bernd Ruttloff nicht aus, dass man mit den lokalen Mobil-funkfirmen direkt verhandelt.

Vodafone allerdings ist dem Kunden Hochtief schon entgegen gekom-men. Die Mitarbeiter des Baukon-zerns telefonieren seit 2005 mit dem Tarif „Reise-Versprechen“. Dabei zahlen sie in 20 Vodafone-Kernländern eine einmalige Gebühr pro Telefonat, keine Roaming-Gebühren, und telefonieren zu jenen Firmentarifen, die im Heimatland gelten. Für 87 Gesprächsminuten eines Mitarbeiters in und aus Frankreich zahlt der Konzern mit damit 56 Prozent weniger als mit dem alten Vertrag.

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