Mittagstest: Brunners Vienna
Harald Brunner kocht mit besten Aussichten

Die österreichische Kochseele ist gespalten: Die eine Seite will es der Welt zeigen mit Lemongrass-Schaum zu Tunfisch-Filet und Lamm mit Salbei-gnocchi. Die andere setzt auf Butterschnitzel und gebackene Knödel. Das "Brunners" macht beides. Ein bisschen neigt sich die Waage dahin, es der Welt zu zeigen.

Fusion nennt sich das - und Fusionen sind ja gerade in. Küchenchef Harald Brunner ist so etwas wie eine österreichische Institution: Die Wiener Szene kennt ihn mindestens aus drei Kochstationen. Jedes Mal beglückte er sie geschmacklich, was aber nicht verhinderte, dass das Lokal irgendwann aufgeben musste. "Die Gunst des Publikums is halt a Vogerl", sagt der Wiener.

Das "Brunners" im 22. Stock eines der beiden Twin Tower, zehn Taximinuten von der Innenstadt entfernt auf dem Wienerberg, erhält sich diese Gunst seit eben mal vier Jahren, was so gesehen nun doch wieder eine Leistung ist.

Die Umgebung ist im Stil einer amerikanischen Luxusbar gezimmert: viel dunkles Holz, gedämpfte Beleuchtung. Der Service ist dezent und aufmerksam. Das Menü ist seine 50 Euro und die ein oder andere Gault-Millau-Auszeichnung wert.

Und wenn Sommelier Roman Brunner seine österreichischen Weingewächse vorführt, sollte man alle weiteren Fusionsgespräche auf den nächsten Tag verschieben. Oliver Stock.

Brunners Vienna Wienerbergstraße 7, 1100 Wien Tel. 0043/ 1/ 607 65 00 » www.brunners.at

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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