Mode-Inszenierungen
Der Laufsteg wird zur Bühne

Die Modewochen und Pret-a-porter-Schauen dieser Welt machen es vor:  Das simplifizierte Vorzeigen neuer Kollektionsstücke war gestern. Die Inszenierung ist ein Muss - Purismus ist out.
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Stardesigner Dawid Tomaszewski zeigte erst kürzlich auf der CPD Signatures eine kunstvolle Inszenierung seiner neuesten Frühjahr/Sommer-Kreationen 2012. Ein Mix aus Catwalk und Installation gepaart mit effektvollen Bast-Masken, die für die gewünschte Aufmerksamkeit sorgen und die künstlerische Idee des Designers unterstützen. Auf den internationalen Laufstegen in Paris, Mailand und New York ist dieser Trend schon gesetzt. Immer öfter ist diese Entwicklung auch bei deutschen Modeschauen zu entdecken und hält auf den Catwalks in Berlin und Düsseldorf Einzug.

Die Zeiten von Mannequins, die so steif und unauffällig wie möglich den Laufsteg hoch und runter stolzieren, sind längst vorbei. Die aktuellen Kollektionen müssen sich die Aufmerksamkeit mit den vorführenden Damen der Modelzunft teilen. Längst wird nicht mehr nur die modische Schneiderkunst begutachtet, sondern auch die Inszenierung der Show. Das Gesamtkonzept des Präsentierten muss stimmen und die Message der Kollektion vermitteln.

Musik, spezielle Lichteffekte, aber auch Make-up und aufwändige Choreographien prägen das künstlerische Erlebnis und inszenieren modische Ergüsse mit einem Hauch von Entertainment. Kunden, Kritiker und Käufer erleben Mode anstatt sie nur zu konsumieren. So werden nicht nur Kritiker mit einem runden Entertainment-Programm illusioniert, sondern auch Stoff-Kreationen mit einer Vision verkauft. Kilian Kerner setzt jedes Jahr in Berlin auf Live-Musik mit eigens für die Show kreierten Musikstücken, die die Idee hinter der Kollektion vertonen. Pionier auf dem Gebiet ist Designer Michael Michalsky, der mit seiner StyleNite in Berlin jede Saison die Superlative einer Modenschau initiiert.

International  setzt Karl Lagerfeld bei der Pariser Fashion Week und den Haute-Couture Schauen mit seiner Chanel-Show immer wieder Maßstäbe. Der deutschstämmige Modezar präsentierte die klassisch-eleganten Entwürfe des Pariser Modehauses in düsterer Aschelandschaft, die die Signature Boucle-Jacke in dieser Atmosphäre nicht nur neu interpretierte, sondern absolut edgy erschienen ließ. Das Paradebeispiel für Modelabels mit verstaubtem Image, die sich über eine Fashion-Show wieder neu erfinden und Zielgruppen gerecht inszenieren.

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