Modestadt Düsseldorf
Weihnachts-Shopping zwischen Prunk und Punk

Dieses Wochenende rüstet sich Deutschlands berühmteste Luxusmeile für das Weihnachtsgeschäft. Doch auch abseits der Kö hat sich in Düsseldorf eine neue Modeszene entwickelt.
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DüsseldorfBei Max Mara fängt es an, bei der Volksbank hört es eigentlich auch schon auf: das Kö-Feeling. In der Mitte, nahe der Steinstraße ist der rote Teppich ausgerollt. Schwarzkopf sponsert die Bambi Verleihung am 22. November. Auf dem Bürgersteig kleben Plaketten mit Silhouetten von deutschen Stars wie Heiner Lauterbach und Veronica Ferres. Paris, New York, Düsseldorf – so sieht sich die NRW-Landeshauptstadt am Liebsten. 15 Uhr nachmittags ist die Kö-Mitte hollywoodreif. Fußgänger drängeln mit ihren Smartphones an einer  Kordel. Eine Frau fragt: Wer ist der schicke Mann? Ratloses Kopfschütteln, fotografiert wird trotzdem. Noch ist zwar alles under construction - von Securitykräften und VIP-Absperrung keine Spur. Gleich soll aber Heiner Lauterbach kommen.

Vorher entern andere den roten Teppich: ein schicker Mann mit weißem Samtschal um den Hals und Wet-Effekt im Haar, danach Obdachloser im Rollstuhl mit einem kleinen Hund im Schoß. Beide werden enthusiastisch fotografiert.

Infografik

Mietpreise auf der Königsallee, Düsseldorf

Euro pro Quadratmeter


Wie auf der rote Teppich steht auch Düsseldorfs Prachtmeile vor ihrem großen Testlauf. Am 16. November wird mit dem Nacht-Shopping das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Ab dem 22. November bis ins neue Jahr hinein soll die Kö glänzen. Unzählige Glühbirnen und die falschen Tannenkränze sollen dann ihr glänzendes Licht auf die Luxusstraße werfen.

In Spitzenzeiten werden bis zu 5550 Passanten pro Stunde über die Luxusmeile flanieren. Auf der Goethestraße  in Frankfurt sind es nur 2620 Personen pro Stunde. In Berlin, Hamburg und München liegen die Frequenzen zwischen 1000 und 2000 Passanten.

Düsseldorf gilt Mekka für Luxus-Shopper und ihre Propheten, also die Händler, buhlen um die besten Plätze. 2007 erreichte der Hype um die Luxuslage seinen Höhepunkt. Die Mietpreise stiegen in einem Jahr um 20 Prozent.

Mittlerweile geht es langsamer, doch stetig weiter aufwärts – trotz schwacher Konjunktur. „Der Enthusiasmus ist weiterhin ungebrochen und es gibt einen üppigen Nachfrageüberhang nach entsprechenden Flächen, was die steigenden Mieten auch begründet“, sagt Frank Emmerich, Senior Director des Immobilienmaklers CBRE. Für einen Quadratmeter auf der Düsseldorfer Luxusmeile, der vor zehn Jahren noch 240 Euro kostete,  sind jetzt bis zu 300 Euro fällig.

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Weihnachts-Shopping zwischen Prunk und Punk

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Cartier neben H&M

Seite 3:

Hier ist die Anti-Kö

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