Nach Fluglotsen-Streik
Spanischer Luftraum wieder offen

Reisende könne aufatmen: Der spanische Flugraum ist am Samstag wieder freigegeben worden. Die Behörden rechnen mit einer allmählichen Normalisierung des Flugbetriebs im Laufe des Tages. Zuvor hatte die spanische Regierung wegen des Streiks zu einem drastischen Mittel gegriffen.
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HB MADRID. Nach einem wilden Streik der Fluglotsen ist der Luftraum in Spanien am Samstag wieder geöffnet worden. Das teilte das Verkehrsministerium in Madrid mit.

Mit Beginn der Nachmittagsschicht seien die Fluglotsen zum Dienst erschienen. Die Situation in den Kontrolltürmen und den Flugüberwachungszentren habe sich somit normalisiert.

Die staatliche Flughafenbehörde AENA rechnet nach eigenen Angaben damit, dass der Flugbetrieb von 19.00 Uhr an allmählich wieder zur Normalität zurückfindet. Auf dem Flughafen von Madrid seien derzeit bereits etwa 30 Starts und Landungen in der Stunde möglich.

Zuvor hatte die spanische Regierung wegen des Streiks den Alarmzustand ausgerufen. Das Militär übernahm die Gewalt über die Kontrolltürme. Den Lotsen war damit gedroht worden, sie nach Militärrecht zu langen Haftstrafen zu verurteilen, sollten sie den Ausstand nicht beenden.

Nach den Drohungen sind die Fluglotsen an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Etwa 250 000 Passagiere saßen am Samstag fest, darunter auch Tausende Kunden von Tui und Thomas Cook.

Die Fluggesellschaft Air Berlin kündigte an, ab dem frühen Abend wieder Flüge anzubieten. Bis zum Normalbetrieb ist es aber wohl noch ein weiter Weg: Dies könne 24 bis 48 Stunden in Anspruch nehmen, sagte Spaniens Bauminister Jose Blanco. Voraussetzung sei, dass alle Lotsen wie gefordert ihren Dienst wieder anträten.

Iberia strich alle Flüge bis Sonntag 6.00 Uhr. Der Billigflieger Ryanair teilte mit, Spanien zunächst nicht anzufliegen. Auch die Lufthansa sagte zahlreiche Flüge ab. Europas größter Reiseveranstalter Tui teilte mit, mehr als 8000 Kunden säßen in dem südeuropäischen Land fest. Auch etwa 3500 Kunden von Neckermann, Cook, Bucher und Air Marin waren gestrandet.

Die spanische Regierung rief zuvor wegen des unangekündigten Arbeitskampfes, der die wirtschaftlichen Probleme des Mittelmeerlandes zu verschärfen droht, den Ausnahmezustand aus.

Wenn die Fluglotsen nicht an ihre Arbeit zurückkehrten, handelten sie gesetzeswidrig, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alfredo Perez Rubalcaba nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung. Bauminister Blanco nannte den wilden Streik "eine Erpressung". Auch spanische Medien verurteilten die Arbeitsniederlegungen.

Die spanische Regierung hat in der Schuldenkrise ihren Sparkurs zuletzt noch verschärft. Die Wirtschaft des Landes hängt stark vom Tourismus ab, der etwa elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Kommentare zu " Nach Fluglotsen-Streik: Spanischer Luftraum wieder offen"

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  • Diese unkontrollierbaren Aufstände läuten die Pleite der EU-Südstaaten ein. Genauso wie in Griechenland und später auch in allen anderen Süd-Pleitiers wird das Volk oder einzelne Gruppen versuchen, das Land lahmzulegen. Die Folge wird sein, daß die Touristen wegbleiben. Und was hat Spanien außer Gemüse sonst noch anzubieten?

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