Neuer Hochgeschwindigkeitszug
Spanien erweitert Schnellbahnnetz

Die spanische Eisenbahn hat eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Valencia in Betrieb genommen. Die Züge legen die knapp 400 Kilometer lange Route zwischen der Hauptstadt und der Mittelmeer-Metropole in 95 Minuten zurück - weniger als die Hälfte der bisherigen Fahrtzeit.
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HB MADRID. Spanien hat sein Netz für Hochgeschwindigkeitszüge drastisch erweitert. Die spanische Eisenbahn nahm am Sonntag eine neue Schnellstrecke zwischen Madrid und Valencia in Betrieb. Zugleich wurde ein Teilstück auf der geplanten Trasse zwischen Barcelona und Paris eröffnet und damit das spanische mit dem französischen Netz verbunden.

Mit den neuen Strecken baute Spanien sein Hochgeschwindigkeitsnetz auf insgesamt 2200 Kilometer aus und setzte sich in Europa an die Spitze. Weltweit wird das Land nach Angaben des Verkehrsministeriums nur noch von China übertroffen. Die knapp 400 Kilometer lange Route zwischen Madrid und der Mittelmeer-Metropole Valencia legen die Züge in 95 Minuten zurück. Sie erreichen ein Spitzentempo von bis zu 330 Kilometern pro Stunde und verkürzen die Fahrzeit um mehr als die Hälfte.

König Juan Carlos und Königin Sofía eröffneten die Strecke am Samstag. Spanien verfüge über eines der größten und modernsten Bahnnetze der Welt, sagte der 72-jährige Monarch nach der Ankunft im neuen Bahnhof Valencias. Die Hochgeschwindigkeitszüge (AVE) verkehren zwischen Madrid und Valencia 15 Mal am Tag in beide Richtungen. Sie sollen 55 Prozent der Flüge, 25 Prozent der Autofahrten und fünf Prozent der Busreisen zwischen beiden Städten ersetzen.

Die neue Strecke kostete rund 6,6 Milliarden Euro. Die staatliche Bahngesellschaft Renfe setzt auf der Route Züge des Typs S-112 ein, die von den Konzernen Talgo und Bombardier in einer spanisch- kanadischen Koproduktion hergestellt wurden und aufgrund ihrer abgeflachten Spitze im Volksmund "El Pato" (die Ente) genannt werden.

Am Sonntag überquerte erstmals ein Hochgeschwindigkeitszug in den Pyrenäen die Grenze zwischen Spanien und Frankreich. Dort wurde das Teilstück zwischen Figueras und Perpignan in Betrieb genommen. Damit verkürzen sich die Zugreisen zwischen Barcelona und Paris um 1:15 auf 7:25 Stunden. Allerdings müssen die Fahrgäste noch bis voraussichtlich 2012 zwischen Barcelona und Figueras herkömmliche Züge nehmen und in Figueras umsteigen.

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  • Wer hätte das gedacht. 1985 fuhr man in Spanien noch in vorsintflutlichen Regionalzügen - meist auf Teilstrecken.

    Nun hat das Land Deutschland weit hinter sich gelassen und trauriger Fakt ist, dass wir nun in vorsintflutlichen, winteruntauglichen und heruntergekommenen iCEs mit Güterzügen die Gleise teilen und so im bummeltempo durch die Lande ziehen. Für deutsche Fahrgäste wurde in den letzen Jahren wenig getan, stattdessen die Privatisierung und Enteignung der Db vorangetrieben.

  • Hört sich ja alles gut an aber wenn mal die Auslastung mit Frankreich, Deutschland oder Japan vergleicht, erkennt man schnell, das Spanien beim Hochgeschwindigkeitsnetz für Züge auch über die Nachfrage hinausgebaut hat. Die meisten Strecken machen Verluste.

  • Während in Deutschland die bahn bekämpft wird, zeigt Spanien wie es geht. Kompliment!

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