Neueröffnungen in Madrid
Des Prado neue Pracht

Wo gewählt wird, gehen die Kandidaten auch auf Stimmenfang. Der amtierende Bürgermeister Madrids, Alberto Ruiz-Gallardón, unterstrich seine Ambitionen mit einigen beeindruckenden Bauprojekten. Im Rennen um die Kulturmetropole Spaniens holt die Hauptstadt so gegenüber Widersacher Barcelona auf.

Der Madrider Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón strahlt. Nur noch wenige Wochen sind es bis zu den Kommunalwahlen, aber seine Hauptbauwerke, mit denen der Konservative Ende Mai Stimmen einfangen will, sind rechtzeitig fertig geworden.

Dazu gehören der Umbau des südlichen Knotenpunkts von Madrid, rund um den bisher wenig genutzten und zeitweise ausgetrockneten Fluss Manzanares, wo nun Riesengrünflächen und eine Freizeitmeile entstehen. Auch die Tunnel der Madrider Stadtautobahn zählen zu den abgeschlossenen Hauptbauwerken Ruiz-Gallardóns sowie – allen voran – der Ausbau des Prado, des ältesten und renommiertesten Museums Spaniens.

Ruiz-Gallardón lädt die Presse ein, schwingt stolze Reden vor laufenden Kameras. Sein Kalkül ist sehr geschickt. Tatsächlich hat sich Madrid unter seiner vierjährigen Führung gewaltig entwickelt, vor allem kulturell. Die vielen Staus, Umleitungen und Staubwolken, über die sich die Bürger und auch Touristen immer wieder beschwert haben, werden schon bald vergessen sein.

Der Prado, welcher derzeit eine umfassende Tintoretto-Ausstellung beherbergt, ist das Herzstück der Madrider Verschönerungsoperation, die in den vergangenen fünf Jahren stetig vorangetrieben worden war. Nachdem massive Polemiken über die teuren Umbaupläne des spanischen Stararchitekten José Rafael Moneo laut geworden waren, können sich die Besucher vom 28. April an bis Juli jedes Wochenende davon überzeugen, ob das Werk des berühmten Baumeisters und Hochschullehrers, der wenige Tage nach Einweihung des Umbaus 70 Jahre alt wird, wirklich 156 Millionen Euro wert ist. In Deutschland ist Moneo übrigens als Architekt des Hotels „Grand Hyatt“ am Potsdamer Platz in Berlin bekannt geworden.

Die Bilder des deutschen Fotokünstlers Thomas Struth werden in einer ersten Phase die Wände der vier neuen Ausstellungsräume schmücken. Im Oktober soll der neue Teil des Prado, darunter der knallrot getünchte Musenraum und ein mit einer Glaskuppel ausgestatteter Kreuzgang, dann offiziell eingeweiht werden. Zu sehen gibt es dann bisher im Keller verstaute, seit zehn Jahren nicht mehr präsentierte Werke aus dem 19. Jahrhundert, darunter Bilder von Sorolla, Fortuny und Madrazo.

Seite 1:

Des Prado neue Pracht

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%