Neues Stellwerk
Frankfurt Hbf wird zum Nadelöhr

Bis Mitte Dezember müssen sich Bahnreisende auf Deutschlands verkehrsreichstem Bahnhof Frankfurt am Main Hbf auf massive Behinderungen einstellen. Weil die Bahn ein neues Stellwerk in Betrieb nimmt, wird der Kopfbahnhof im Schatten der Bankentürme zeitweise gar nicht angefahren.

HB FRANKFURT AM MAIN. Die Arbeiten sollen an diesem Samstag beginnen und bis zum 10. Dezember dauern. Einige Reisende dürften Schwierigkeiten bekommen. So werden verschiedene ICE-, IC- und Regionalzüge nicht am Hauptbahnhof, sondern in verschiedenen Frankfurter Stadtteilen halten, einzelne sogar in Fulda oder Darmstadt. Mit der neuen Steuertechnik für Weichen und Signale sollen Fahrzeiten innerhalb des Bahnhofs verkürzt und seine Kapazität erhöht werden.

In vier Schritten schließt die Bahn jeweils einen Teil der Gleise an den neuen Stellwerkscomputer an: Im Laufe der ersten Woche seien rund 30 IC- oder ICE-Züge pro Tag betroffen, vor allem aus und in Richtung Hamburg, in der zweiten Woche täglich rund 40, erläuterte der Leiter der Transportplanung Fernverkehr, Ludger Prause am Donnerstag. Insgesamt fahren laut Prause pro Tag bundesweit rund 1200 IC- oder ICE-Züge durch Deutschland.

Unter anderem halten die Züge Hamburg-Stuttgart und Hamburg-Dortmund-Passau vom 5. bis 13. November (mittags) nicht am Hauptbahnhof, sondern in Frankfurt Süd. Am stärksten betroffen ist der Fernverkehr am Wochenende 12./13. November: So beginnen viele ICE-Züge der Linie Frankfurt-Dresden in Fulda statt in Frankfurt und IC-Züge der Linie Frankfurt-München-Salzburg in Darmstadt. Ein Heft mit diesen und allen weiteren Abweichungen verteilen die Zugbegleiter und Reisezentren.

Alle Fahrplansysteme seien bereits am 1. August auf die Abweichungen eingestellt worden, so dass die betroffenen Käufer informiert seien, sagte Stellwerks-Projektleiter Andreas Beinlich. Die alte Stellwerkstechnik sei 50 Jahre alt und überholt. Nun könnten die Geschwindigkeit der Züge vor dem Bahnhof von 30 auf 40 oder sogar 60 Kilometer pro Stunde erhöht werden. „Wir rechnen mit einer Leistungssteigerung von etwa zehn Prozent über den Tag verteilt“, sagte Beinlich. „Weitere Leistungssteigerungen sind mit diesem Bahnhof nicht machbar. Aber das Stellwerk bietet die Möglichkeit, den Bahnhof ausbauen zu können.“ Auch Störungen ließen sich dann besser umfahren.

Von dem neuen Stellrechner werden laut Bahn 254 Signale und mehr als 350 Weichen bedient. Insgesamt seien dafür etwa 132 Millionen Euro investiert worden. Der Hauptbahnhof Frankfurt hat rund 280 000 Reisende pro Tag, mehr als jeder andere in Deutschland. Auf den 25 oberirdischen Gleisen verkehren täglich 1200 Züge, auf den vier unterirdischen 700 S-Bahnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%