Notlandung mit Müntefering
Ursache für Beinahe-Absturz gefunden

Die Notlandung eines Flugzeugs in Stuttgart, in dem der damalige SPD-Chef Franz Müntefering saß, hatte im September für erheblichen Wirbel in Deutschland gesorgt. Nun wurden die Ergebnisse der Flugunfalluntersuchung veröffentlicht.
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HB BRAUNSCHWEIG. Zwei winzige Plastikteile haben demnach die Notlandung verursacht. Die zusammen etwa acht Millimeter großen Teilchen hätten den Rücklauf der Hydraulik am Hauptfahrwerk verstopft, teilte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Donnerstag in Braunschweig mit. Am 14. September hatte die mit 73 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern besetzte Fokker 100 mit dem Rumpf auf der Landebahn aufgesetzt, weil sich das Hauptfahrwerk nicht ausfahren ließ. Nach BFU-Angaben wurden dabei drei Menschen leicht verletzt.

Beim Landeanflug hatte der 60 Jahre alte Pilot laut dem Vorbericht der BFU bemerkt, dass sich das Hauptfahrwerk nicht ausfahren ließ. Anschließend kreiste die 14 Jahre alte Maschine etwa eine Stunde über dem Stuttgarter Flughafen. Als schließlich der Treibstoff zur Neige ging, entschloss sich die Besatzung zu einer Landung auf dem Rumpf. Die Maschine setzte schließlich mit einem Funkenschweif auf, den die Feuerwehr sofort löschen konnte. Passagiere und Besatzung verließen anschließend das Flugzeug über Notrutschen.

Müntefering war auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung, als die Maschine notlanden musste. Die Landung sei „zwar sanfter als auf Rädern gewesen“, hatte der damalige SPD-Chef gesagt. Es reiche aber aus, eine solche Situation einmal zu erleben. „Man guckt schon auf die Welt und findet sie gut.“

Vor dem Unglück war laut BFU bei der Maschine ein defektes Ventil an der Hydraulik des Hauptfahrwerkes ausgetauscht worden. Dabei wurden jedoch die beiden Plastikteilchen übersehen, die schließlich die Leitung verstopften. „Nachdem die Plastikteile entfernt worden waren, konnte das Fahrwerk problemlos ein- und ausgefahren werden“, heißt es in dem BFU-Vorbericht.

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