Open-Skies-Abkommen
Konkurrenz über Nordatlantik wächst

Der Konkurrenzkampf über dem Nordatlantik spitzt sich nach Abschluss des Open-Skies-Abkommens zu. Ab Ende März 2008 dürfen alle Fluggesellschaften aus den USA und der EU jeden Flughafen in der EU bzw. in den USA anfliegen. Führende europäische Fluglinien ebenso wie einzelne Billig- und Ferienflieger wollen mit neuen Angeboten aufwarten.

LONDON / DÜSSELDORF. Sowohl die führende europäische Fluglinie KLM-Air France als auch die Nummer drei der Branche, British Airways, gehen ebenso wie einzelne Billig- und Ferienflieger in die Offensive. Die Deutsche Lufthansa will sich vorerst noch zurückhalten und auf ihr lukratives Europa-Asien-Geschäft konzentrieren. „Die Kapazitäten über dem Nordatlantik könnten aus den Drehkreuzen Europas hinaus massiv ausgebaut werden und die Preise entsprechend fallen“, sagt Philipp Goedeking, Partner der Strategieberatung Roland Berger.

Das Open Skies Abkommen, das am 30. April zwischen der Europäischen Union und den USA geschlossen wurde, ist ein Schritt in Richtung Liberalisierung des Luftverkehrsmarktes, der nach wie vor stark reguliert ist. Das Abkommen erlaubt allen Fluggesellschaften aus den USA und der EU ab Ende März 2008, jeden Flughafen in der EU bzw. in den USA anzufliegen.

Die Chancen nutzen will British Airways (BA). Vorstandschef Willie Walsh zählte zu den lautesten Kritikern des Abkommens; dennoch plant er, Flüge von anderen europäischen Staaten nach Nordamerika anzubieten. Auf einer Investorenkonferenz in New York sagte Walsh, BA prüfe reine Business-Class-Flüge von lukrativen Zielen in Kontinentaleuropa. Damit würde er in direkte Konkurrenz zu Lufthansa und KLM-Air France treten. „Ein Frontalangriff wäre ein absolutes Novum in der Branche“, sagt Goedeking.

In eine strategisch günstige Ausgangslage über dem Atlantik brächte BA zudem die geplante konzertierte Übernahme der Iberia. Die spanische Fluglinie ist Marktführer über dem Südatlantik und könnte mit dem Open-Skies-Abkommen jetzt zudem ein Drehkreuz in Miami aufbauen.

Auch KLM-Air-France-Vorstandschef Jean-Cyril Spinetta reagierte. Vergangene Woche kündigte er an, mit den US-Partnern Delta Air Lines und Northwest ein Joint Venture gründen zu wollen. „Dabei geht es nicht um eine Kapitalverflechtung, sondern um die Bündelung all unserer Transatlantikflüge in einem Pool, um Kosten und Erlöse zu teilen.“ Die von dem Branchenprimus angeführte Luftfahrtallianz Sky Team ist bereits heute mit einem Marktanteil von 32 Prozent die Nummer eins über dem Nordatlantik.

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