Ostseeinsel Langenwerder
Urkohl im Windwatt

Gefiederte Entschleunigung: Vor Poel in der Ostsee bietet die Vogelschutzinsel Langenwerder den Zugvögeln Rastplätze auf ihrer Reise zwischen Arktis und Afrika. Das Vogelparadies ist einzig dem Regime von Wasser, Wind und Wellen unterworfen. Hier hat der Mensch nichts zu suchen, und darum ist die Vogelwelt so einzigartig.

Das Paradies liegt jenseits des Imbissstandes. In sicherem Abstand zum Ufer der Insel Poel stoppt die kleine Barkasse. 60 Zentimeter Tiefgang reichen, um nah genug an die Insel heran zu kommen, einen Hafen oder eine Brücke gibt es hier nicht.

Die Passagiere tragen ihre Fahrräder durch fast hüfttiefes Ostseewasser an den Strand. Am Ende der Allee steht ein halbes Dutzend Strandkörbe im Sand. Davor der Snack-Shop, dahinter das Paradies. Dirk Brenning holt seine Handvoll Gäste ab und watet mit ihnen durch knietiefes Wasser in Richtung des Vogelschutzgebietes Insel Langenwerder. Normalerweise gilt hier: „Betreten verboten“.

Ein kräftiger Nordwestwind treibt Wolken über die Ostsee und schiebt sie über Land zu einer schwarzen Wand zusammen. Fernes Brandungsrauschen vermischt sich mit dem dem Geschrei der Möwen.

Langenwerder ist einzig dem Regime von Wasser, Wind und Wellen unterworfen. Hier hat der Mensch nichts zu suchen, und darum ist die Vogelwelt so einzigartig. Im Sommer lebt Dirk Brenning mit seiner Familie auf Langenwerder, beobachtet und zählt die Vögel, beringt manche, schleppt ab und zu Trinkwasser und Briketts von Poel herüber. Sonntags führt er seine Besucher durch das Refugium, die nur für kurze Zeit Gäste sind – ganz so wie die jetzt im Herbst auf dem Flug in ihr Winterquartier hier ankommenden Zugvögel. Auf ihrer langen Reise zwischen Arktis und Afrika ist Langenwerder ein wichtiger Rastplatz.

Durch das Windwatt flitzen Alpenstrandläufer, mehr als zwanzig Arten brüten in den Wiesen dahinter. Der Sand leuchtet auf, während die Sonne die urwüchsige Landschaft in Szene setzt.

Ein Zaun schützt die Brut vor Füchsen, die manchmal von Poel herüberschwimmen, um Beute zu machen. Schöne und lehrreiche Geschichten von dieser Art sind es, die der Vogelwart auf Zeit seinen Gästen erzählt und ihnen dazu interessante Details zeigt: Meerkohl, beispielsweise, eine Art Ur-Kohl, der aussieht wie großblättriger Grünkohl, sehr selten ist und auf Langenwerder noch vorkommt. Oder Wattvögelfanganlagen, die aufgestellt werden, um die Tiere später zu beringen. Oder einen „Brandgansbrut-Tunnel“.

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