Passagierzahlen verdoppelt
Fluggäste „fliegen“ auf Sylt

Vor gut einem Jahr war der Sylter Flughafen Westerland noch von heftigen Turbulenzen geschüttelt, nun liegt er zügig im Aufwind. Die Investition von mehr als drei Millionen Euro in die Infrastruktur hat sich offensichtlich bezahlt gemacht.

HB WESTERLAND/SYLT. Auf dem kleinen Regionalflughafen auf der Nordseeinsel landet jetzt regelmäßig ein Airbus A 320 und andere große Maschinen. Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air Berlin und Hapag Lloyd Express fliegen Sylt an und bringen ständig neue Gäste.

„70 000 und mehr Passagiere werden es sein“, erwartet der Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Westerlands Touristikdirektor Peter Douven. „Knapp das Doppelte ist sogar erreichbar“, vergleicht er die Aussichten mit dem bisherigen Aufkommen von jährlich bis zu 45 000 Passagieren. 75 Prozent der Fluggäste reisen in der Zeit von Anfang Mai bis Ende Oktober eines Jahres an. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, wie sich Nachfrage und Flugpreise entwickeln, sagt Douven. Zurzeit erreichen beispielsweise Berliner und Düsseldorfer ihre Lieblingsinsel durch die Luft weitaus günstiger als mit Bahn oder Auto. Daher nutzen auch viele Sylter inzwischen selber die guten Flugverbindungen zu fast allen deutschen Zentren.

Andere Inselbewohner sind weniger begeistert. Vor allem diejenigen, die in der Einflugschneise wohnen, beklagen den Fluglärm. „Ich habe für Beschwerden Verständnis, aber fliegen ohne Lärm, das geht nicht“, erklärt Douven. „So ein Airbus ist doch heute leiser als ein Benzinrasenmäher vom Nachbarn.“ Außerdem gebe es nicht ständig Starts und Landungen: „Das sind zeitlich nur punktuelle Belastungen.“

Betreiber des Inselflughafens ist seit 1998 die SFG Sylter Flughafen GmbH & Co. Betriebs- und Service-KG. Daran sind der kommunale Eigenbetrieb „Tourismus Service Westerland“ gut zur Hälfte sowie die Gemeinden Sylt-Ost, Wenningstedt, Kampen, Rantum und List beteiligt. Zur Kostendeckung der jüngsten Investitionen trugen EU, Bund und Land fast zwei Millionen Euro bei. Noch fliegen die Betreiber des „Lufttors“ zur Prominenten- und Ferieninsel jährlich Verluste ein. Rund eine Million Euro waren es zuletzt, doch das dürfte sich bald ändern. Zusätzlich sind rund 150 000 Euro geplant, um europäischen Normen des Luftsicherheitsgesetzes zu genügen. „Wir müssen die Abfertigungshalle vergrößern“, kündigt Douven an.

Schon 1919 wurde Sylt im Sommer erstmals planmäßig von kleinen Passagierflugzeugen aus Berlin und Hamburg angeflogen. Heute ist der Flugplatz nach Lübeck-Blankensee und Kiel-Holtenau der drittgrößte Zivilflughafen Schleswig-Holsteins. Schätzungen gegen dahin, dass die schnelle Verbindung zwischen Festland und Insel der Sylter Wirtschaft bis zu 30 Millionen Euro Einnahmen beschert. Viel Geld, das die Flugpassagiere, wie Touristen, Zweitwohnungsbesitzer und Geschäftsleute, auf Sylt ausgeben.

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