Plastik-Clogs im Test
Gefährlicher Chemie-Cocktail im Sommerschuh

Sie leuchten quietschbunt: Plastik-Clogs sind vor allem bei Kindern beliebt, aber auch gefährlich. Aber die Schuhe stecken voller Chemikalien, die durch die Haut aufgenommen werden können. Das berichtet der WDR.
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Mit den Plastik-Clogs zieht man sich einen ganzen Chemie-Cocktail an die Füße. Besonders problematisch sind Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs). Das berichtet der Westdeutsche Rundfunk. Die Redaktion schicktet zehn Paar Plastik-Clogs in allen Preisklassen zur Analyse ins Labor geschickt.

Diese Kohlenwasserstoffe gelten als hochgradig krebserregend. Experten des Umweltbundesamtes fordern seit langem einen extrem niedrigen Grenzwert für diese Stoffe, der allerdings noch nicht in Kraft ist. In sechs der zehn getesteten Schuhpaare hat das Labor PAKs nachgewiesen – in Konzentrationen zum Teil deutlich über diesem Grenzwert.

Ebenfalls in sechs Paaren stecken Lösungsmittel, die Allergien auslösen und die Haut reizen können. Und sieben Paare waren darüber hinaus mit Schwermetallen belastet. Die können zwar nicht über die Haut aufgenommen werden.

Gefährliche Stoffe stecken auch in den Schuhen der Marke Crocs, die für ihre Plastik-Sandalen bekannt ist. Nachdem der Umsatz der Firma im Zuge der Finanzkrise eingebrochen war, brachten neue Produkte Ende vergangenen Jahres die erste Umsatzmilliarde. John McCarvel, Chef von Crocs, strebt einen Image-Wechsel des Unternehmens an. In Zukunft sollen die Gummipartoffeln einen geringeren Anteil am Umsatz einnehmen, Anfang 2013 waren es noch 40 Prozent – ein Anteil, der auf den Skandal empfindlich reagieren könnte.

Wenn die Plastik-Clogs eines Tages im Müll landen, dann gefährden Chrom, Blei und Cadmium die Umwelt. Wer also unbedingt mit der Mode gehen und auf die bunten Plastik-Treter nicht verzichten will, der sollte seine Füße unbedingt mit Socken schützen – den hochsommerlichen Temperaturen zum Trotz.

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  • Wenn der Artikel hilft, die Fußfehlstellungen bei Kindern durch unsachgemäße Schuhe zu verhindern, solls auch recht sein. Angst scheint bei den Eltern ja grundsätzlich zu wirken.

    Barfuß im Kindergarten ist allerdings auch keine Lösung, wie der WDR schon vor 2 Jahren bei seinem Dauerbrenner herausgefunden hat
    http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2011/1129/005_plastik.jsp

  • Ich nehme an, dass man die Schuhe aus Polyurethan gefertigt hat. Natürlich migrieren ein paar Aromatische Verbindungen aus dem Kunststoff. Dazu hätte es der Untersuchung nicht bedurft.

    Die Mengen hat man aus gutem Grund nicht quantitativ beziffert. Man hat auch auf eine exakte Benennung der Verbindungen verzichtet.

    Ich nehme an, dass es sich um eine Hilfestellung eines Journalisten zugunsten eines Oekoinstituts, oder Oekokonzerns handelt der "Beraterverträge", oder "Fördermitgliedschaften" seitens der Industrie sucht.

    Es ist schon eine parasitäre Branche ähnlich bekannter süditalienischer Organisationen.

    Vandale

  • Oh wie furchtbar - Chemie an den Füßen!

    Bitte sachlich bleiben und nicht dauernd Angst vor Chemie und anderen Technologien verbreiten, liebes Handelsblatt. PAK sind in der Tat gesundheitsschädlich. Die allermeisten Schäden durch PAK werden durch Tabakrauch und Autoabgase verursacht. Wenn Ihr wirklich Menschen schützen wollt, dann verbietet das Rauchen!

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