Polizeigewerkschaft: Neue Handgepäck-Regeln nur „Beruhigungspille“
Lange Schlangen an den Airports

Die neuen EU-Vorschriften für das Handgepäck von Flugreisenden haben am Montag auf den deutschen und europäischen Flughäfen zu Beeinträchtigungen geführt. Das befürchtete Chaos blieb jedoch aus.

HB FRANKFURT/HAMBURG. Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main lief die Abfertigung nach Angaben der Lufthansa im Großen und Ganzen reibungslos. Nur vereinzelt sei es zu Verspätungen von 15 bis 20 Minuten gekommen. In Berlin bildeten sich auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld einige längere Warteschlangen. Flüge starteten mit bis zu 30 Minuten Verspätung.

Auch auf den Pariser Flughäfen Orly und Roissy/Charles-de-Gaulle, aber auch in Brüssel waren die Warteschlangen am Morgen länger als sonst. In Paris hatten die Airports etwa 500 zusätzliche Angestellte zur Abfertigung aufgeboten. Air France sprach von Schwierigkeiten am frühen Morgen, seitdem habe sich die Lage bereits etwas beruhigt. Wie der flämische Rundfunksender VRT am Morgen berichtete, waren viele Passagiere in Brüssel nicht auf die Beschränkung von Flüssigkeiten im Handgepäck eingestellt. In London-Heathrow und den anderen Flughäfen der britischen Hauptstadt wurden ebenfalls zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt. Deshalb seien die Verzögerungen nicht größer als sonst gewesen.

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Kritik an den neuen Vorschriftn kam vom Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg. Seines Erachtens nach sind sie lediglich eine „Beruhigungspille“ für die Menschen. „Wenn es offenbar schon nicht gelang, die Schleusen für Waffen und sogar Bombenattrappen dicht zu machen, brauchen wir uns über Babynahrung wohl nicht unterhalten“, sagte Freiberg am Montag in Berlin. Die festgestellten Sicherheitsmängel an deutschen Flughäfen bei der Kontrolle von Reisenden seien „skandalös“ und ein Ergebnis der Privatisierung der inneren Sicherheit. Der „Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass bei Kontrollen an deutschen Flughäfen Messer, Pistolen oder Bombenattrappen häufig unentdeckt blieben.

Einer, dem die verschärften Kontrollen auf Flughäfen zu schaffen machten, war FDP-Chef Guido Westerwelle. „Ich bin das erste Opfer der neuen Sicherheitsbestimmungen“, sagte er am Montag angesichts einer viertelstündigen Verspätung bei der Anreise zur FDP-Präsidiumssitzung nach Berlin. Warteschlangen am Flughafen Tegel hätten den Abflug der Maschine nach Köln/Bonn verzögert, womit sich auch sein Flug zurück nach Berlin verschoben habe. „In Köln im Rheinland ging natürlich alles flott flott“, versicherte der Rheinländer Westerwelle. Seit Montag gelten neue EU-Regeln für das Handgepäck im Flugzeug.

Die wichtigste Änderung betrifft nach Kommissionsangaben flüssige und cremige Stoffe von Wasser über Duschgel und Parfüm bis zur Zahnpasta. Deren Behälter dürfen jeweils nicht mehr als 100 Milliliter fassen. Diese Tuben, Flaschen und Flacons müssen alle zusammen in einer durchsichtigen, verschließbaren Plastiktüte von höchstens einem Liter Fassungsvermögen verpackt sein.

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