Pro Bahn für mehr Kontrollen
Schwarzfahrern drohen höhere Strafen

Schwarzfahrern in Bussen und Bahnen drohen härtere Strafen. Das so genannte erhöhte Beförderungsentgelt solle bei Ersttätern von 40 auf 60 Euro steigen, sagte Friedhelm Bihn, Sprecher des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln.

HB BERLIN/KÖLN. Wiederholungstätern drohe ein Strafgeld bis zu 120 Euro. Der VDV habe einen entsprechenden Antrag an das Bundesverkehrsministerium gestellt. Ein Ministeriumssprecher bestätigte, der Antrag werde geprüft.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hält die Erhöhung des Strafgeldes dagegen nicht für ein geeignetes Mittel, gegen Schwarzfahrer vorzugehen. „Der richtige Weg wäre es, mehr Kontrolleure einzusetzen. Das wäre auch ein wirksames Mittel gegen Vandalismus und würde das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste verbessern“, sagte Verbandssprecher Hartmut Buyken am Sonntag in Berlin.

„Wir halten es für den falschen Weg, die Leute zu kriminalisieren“, sagte Buyken. Zwar sollten Schwarzfahrer bestraft werden, doch würde schon ein um „25 Prozent erhöhter Einsatz von Kontrolleuren“ für deutlich weniger Schwarzfahrer sorgen. Das Argument des VDV, die Kontrollkosten überstiegen deutlich die mit mehr Kontrollen verbundenen Einnahmen, wies Pro Bahn zurück. „Das stimmt so nicht. Das sind keine harten Zahlen, mit denen da argumentiert wird“, sagte Buyken.

Die Schwarzfahrerquote in Deutschland liegt laut VDV-Angaben zwischen zwei und drei Prozent. Der Schaden für die Verkehrsunternehmen betrage mindestens 250 Millionen Euro im Jahr.

Das Verkehrsministerium prüft den Antrag des VDV und will bei positiver Bewertung möglicherweise eine neue Maximalgrenze vorgeben, bis zu der die einzelnen deutschen Verkehrsverbünde das erhöhte Beförderungsentgelt festlegen können. Es sei noch unklar, wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, sagte der Ministeriumssprecher.

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