Protest gegen Regierung
Streikende legen Griechenland lahm

Aus Zorn über die Rentenpläne der Regierung haben tausende Griechen heute mit einem großen Streik das öffentliche Leben nahezu lahm gelegt. Vor allem der Flugverkehr war betroffen, ganze Inseln sind heute von der Außenwelt abgeschnitten. Besserung ist erst morgen wieder in Sicht.

HB ATHEN. Weitreichende Streiks haben heute große Teile der griechischen Wirtschaft und des Verkehrs lahmgelegt. Wegen der Beteiligung der Fluglotsen am Streik ging seit Mitternacht in den Flughäfen nichts mehr.

Gestrandete Reisende waren aber kaum zu sehen, da die Fluglinien ihre Kunden zuvor informiert hatten, teilte der Flughafen von Athen mit. Die Fluglotsen wollen ihre Arbeit erst in der Nacht zum Donnerstag wieder aufnehmen. Auch die Fähren werden bestreikt. Viele Inseln bleiben damit einen Tag lang von der Außenwelt abschnitten.

An dem Streik beteiligen sich außerdem Angestellte staatlich kontrollierter Banken, Staatsbedienstete, Rechtsanwälte und Lehrer sowie Journalisten. Aus diesem Grund gab es heute Morgen keine Nachrichten im Radio und Fernsehen. Ärzte behandeln Patienten nur in dringenden Fällen.

Es ist bereits der zweite Generalstreik binnen zwei Monaten. Beim letzten derartigen Ausstand Mitte Dezember war es zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen, als zehntausende Demonstranten durch die Innenstadt von Athen zogen.Die Gewerkschaften protestieren mit dem Streik gegen eine geplante Rentenreform der konservativen Regierung. Zu den umstrittenen Änderungen zählt die Erhöhung der Rentenbeitragszeit um zwei Jahre. Damit könnten die Griechen erst nach 37 Beitragsjahren und frühstens im Alter von 60 Jahren in Rente gehen; bisher müssen sie nur 35 Jahre arbeiten und können schon mit 58 in Rente gehen. Derzeit gibt es in Griechenland etwa 170 Rentenfonds, denen ein Defizit von insgesamt 120 Milliarden bis 400 Milliarden Euro droht.

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