Das Siam Kempinski Hotel Bangkok

Wer südostasiatisches Resort-Feeling mit dem Flair der Metropole kombinieren möchte, stößt unweigerlich auf dieses Haus.

(Foto: Siam Kempinski Bangkok)

Rath checkt ein: Siam Kempinski Hotel Bangkok Außer Spesen laut gewesen

Der Wettbewerb unter Asiens Stadthotels ist knallhart. Hotel-Experte Carsten K. Rath erkundet das Siam Kempinski Hotel Bangkok, das sich als „Stadt-Resort“ vermarktet.
  • Carsten K. Rath
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BangkokIm knallharten Wettbewerb der Stadthotels Asiens zeigt sich die thailändische Hauptstadt besonders experimentierfreudig. Das Siam Kempinski Hotel Bangkok versucht es mit einem Mischkonzept als „Stadt-Resort“, das urbanen Komfort mit Strandfeeling verbinden soll.

Bangkok ist Hotel-Enthusiasten als Schmelztiegel der Hospitality-Trends bekannt. Kaum eine andere Stadt auf der Welt hat eine derartig bunte Gastkultur zu bieten wie die südostasiatische Metropole. Wer hier landet, sei es beruflich oder privat, erwartet Exotik, exzessiven Luxus und sprühenden Charme. Um in Bangkok aufzufallen, muss sich ein Grand Hotel also einiges einfallen lassen.

In der Top-Kategorie tritt das 2010 eröffnete Siam Kempinski Hotel Bangkok allerdings nicht nur gegen die besten Adressen der thailändischen Hauptstadt an, sondern auch gegen die illustre Riege der besten Stadthotels in Asien – von Singapur bis Schanghai.

Bei zwei früheren Besuchen – damals noch unter dem exzellenten Management des akribischen Holger Schroth – begeisterte mich das Haus. Dieses Mal bekomme ich bereits beim Check-in jene Überheblichkeit zu spüren, die nie ein gutes Zeichen für die Gastorientierung ist: Ein Manager teilt mir mit, beim Service sei man auf Augenhöhe mit dem Mandarin Oriental am Fluss.

Ob mein subjektives Gasterlebnis diese Selbsteinschätzung bestätigen wird?

Das Mekka der Shopping-Süchtigen

Ein Alleinstellungsmerkmal ist dem Siam Kempinski gewiss: Der Gebäudekomplex im beliebten Stadtbezirk Ratchathewi umschließt eine ausgedehnte Garten- und Poollandschaft. Wer also südostasiatisches Resort-Feeling mit dem Flair der Metropole kombinieren möchte, stößt unweigerlich auf dieses Haus.

So weit die Theorie. In der Realität wirkt sich die zentrale Lage jedoch ganz anders aus. Für viele Gäste scheint das entscheidende Alleinstellungsmerkmal der direkte Zugang zur Paragon Shopping-Mall zu sein - eine der größten und exklusivsten Shopping-Malls Asiens. Heerscharen von arabischen und chinesischen Shopping-Touristen bevölkern die Lobby und machen scheinbar nur im Hotel halt, um hier Berge von Einkaufstüten abzuladen, bevor sie für eine weitere Runde Powershopping in die Mall zurückkehren. 

Die Kinder bleiben mit den Kindermädchen im Hotel, während die Eltern nebenan die Kreditkarte einsetzen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Die Zurückgelassenen übernehmen die Vorherrschaft über die wunderschöne Pool-Landschaft und machen einen Heidenlärm. Nicht einmal ein Regenschauer, der sich über die Palmen und türkisfarbenen Pools ergießt, kann sie stoppen.

Die Hotels der deutschen Milliardäre
Öschberghof in Donaueschingen
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Nach zweijähriger Bauzeit soll das Luxushotel „Öschberghof“ in Donaueschingen im Mai neueröffnen. Mehr als 55 Millionen Euro haben die Betreiber in den Umbau gesteckt – entstanden sind eine neue Halle, neue Zimmer in einem neu gebauten Gebäude (siehe Modellabbildung) sowie ein neues Spa und ein Golfplatz. Hinter dem „Öschberghof“ stehen vermögende Eigentümer: Der Gründer der Discount-Kette Aldi Süd, der 2014 verstorbene Karl Albrecht, ließ das Hotel 1976 bauen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

Brenners Park-Hotel in Baden-Baden
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Albrecht ist nicht der einzige deutsche Milliardär, der sich neben seinem Hauptberuf in der Luxus-Hotellerie versucht hat. Auch der inzwischen verstorbene Lebensmittel-König Rudolf-August Oetker erwarb während des Zweiten Weltkriegs das „Brenners Park-Hotel“ in Baden-Baden. Mit sieben weiteren Luxusherberen, allesamt im Ausland, ist die „Oetker Collection“ heute Teil des Bielefelder Puddingkonzerns.

The Fontenay in Hamburg
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Der Ende der 60er-Jahre von Hamburg an den Zürichsee übergesiedelte Speditionsunternehmer Klaus-Michael Kühne („Kühne + Nagel“) startet soeben mit dem „The Fontenay“ in Hamburg. Der 80-jährige Milliardär will es zum „besten Hotel Deutschlands“ machen, glaubt aber selbst kaum noch an eine ordentliche Rendite. Kühne besitzt außerdem das kleine Luxus-Boutiquehotel „Castell Son Claret“ auf Mallorca.

Vila Vita in Portugal
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Reinfried Pohl, der Gründer des Versicherungsvertriebs DVAG, fügte vor seinem Tod im Jahr 2014 die Hotelkette „Vila Vita“ zusammen. Dazu gehört das „Vila Vita Parc“ an der Algarve, von der Zeitschrift „Geo Saison“ zum zweitbesten Strandresort Europas gewählt, aber auch das Fünf-Sterne-Haus „Vila Vita Rosenpark“ an Pohls langjährigem Wohnort Marburg.

Grand Elysée in Hamburg
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Mit dem Hamburger Luxus-Hotel „Grand Elysée“ hat sich der Gründer der Steakhauskette „Blockhouse“, Eugen Block, einen Lebenstraum erfüllt.

Tschuggen in der Schweiz
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Karl-Heinz Klipp, der Gründer der einst börsennotierten „Massa“-Supermärkte, die später von Metro gekauft und zum Großteil unter der Marke „Real“ weitergeführt wurden, verstarb im Oktober 2017. Der öffentlichkeitsscheue Unternehmer hinterließ Luxushotels wie das „Tschuggen“ im Schweizer Arosa, das Sporthotel „Valsana“, ebenfalls in Arosa, oder das „The Carlton“ in St. Moritz.

Louis C. Jacob in Hamburg
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Der Erfinder der Aida-Kreuzfahrten betreibt über seine Deutsche Seereederei (DSR) die Nobelherberge „Louis C. Jacob“ in Hamburg. In Horst Rahes Reich befinden sich ebenso die „A-Rosa-Resort Hotels“ auf Sylt, in Travemünde, Kitzbühel und am Scharmützelsee.

Wer hier ohne Kinder unterwegs ist und entspannen will, hat daher keine Chance. Ein Fehler, den schon manches Luxushotel teuer bezahlt hat: Eine geschickte Kinderpolitik mit konkreten Angeboten für Familien, aber auch entsprechenden Ruhezonen für Business-Gäste und Premium-Reisende ist ab einer gewissen Größe unverzichtbar.

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