Reform ist eine "kniffelige Angelegenheit"
Bahn bringt Durchsagen in Fernzügen auf Vordermann

Die Durchsagen in den ICEs der Deutschen Bundesbahn sollen künftig weniger verstaubt klingen. Das Unternehmen will seine Ansagen reformieren, dafür werden rund Zugbegleiter der Fernzüge nach und nach geschult.

HB BERLIN. Wenn sich die Türen schließen und der Zug aus dem Bahnhof rollt, knackt es in den Bordlautsprechern. Das Wort hat der Zugchef. „Willkommen im ICE“, begrüßt er die Reisenden und informiert die Hungrigen über die Lage des Speisewagens - doch die Ansage soll künftig unbürokratischer klingen. Statt des angestaubten „Wagens mit der Ordnungsnummer sieben“ schallt einfach „Wagen Nummer sieben“ aus den Boxen. Rund 1 800 Zugbegleiter der Fernzüge werden nach und nach für neue Ansprachen geschult. Fahrgäste wünschen sich neben einem netteren Ton auch bessere Informationen etwa bei Verspätungen.

Für die Bahn ist die Reform der Standarddurchsagen eine knifflige Angelegenheit. „Manche Reisende möchten am liebsten ganz in Ruhe gelassen werden, andere erwarten umfassende Informationen zur Reise und den Serviceangeboten“, sagt Sprecherin Claudia Wachowitz. Insgesamt knapper sollen die Ansagen sein, lautet die Vorgabe. Klar werden solle aber auch die „Servicebereitschaft der Teams an Bord“. Vor jedem Halt statt nur bei wichtigen Umsteigeknoten oder am Endbahnhof verabschieden die Betreuer die Kundschaft bald mit: „Wir danken für Ihre Reise mit der Deutschen Bahn und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag“. Um möglichst nicht zu nerven, fallen im Gegenzug mehrere bisherige Floskeln weg.

So kommt die „angepasste Standardbegrüßung“ künftig in neuer Kürze daher und lautet „Willkommen im ICE!“ - statt wie bisher etwa „...im ICE 596 auf der Fahrt von Frankfurt nach Berlin Ostbahnhof.“ Auch beim Ansagen der wichtigsten Anschlusszüge für Umsteiger sollen die Zugchefs nicht länger jedes Mal auf die „weiteren Informationen im Faltblatt „Ihr Reiseplan““ verweisen. Und wenn die Silhouette des Zielbahnhofs im Fenster erscheint, heißt es künftig kurz und klar: „Meine Damen und Herren, in wenigen Minuten erreichen wir...“. Noch klingt es dagegen oft reichlich gedrechselt: „Wir befinden uns in der Anfahrt auf...“

„Einige Ansagen sind bisher sehr behördenmäßig“, findet auch der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. Dass die Bahn die Vorgaben durchforste, sei eine gute Sache. Sinnvoll könne auch sein, die Displays auf den Gängen der ICE stärker zu nutzen und dort auf Anschlusszüge zu verweisen. Denn vor allem um bei Verspätungen die nötigen Informationen durchzugeben, müsse die Bahn ihre Abläufe noch verbessern. Ein lapidares „Achten Sie auf die Lautsprecherdurchsagen am Bahnsteig!“ helfe Reisenden oft nicht. Stets auf dem Laufenden sind in diesen Wochen auf jeden Fall die Fußballfreunde in ICE und Intercity. Die Zugchefs erhalten während der Europameisterschaft alle Ergebnisse per SMS und sagen sie durch.

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