Rekordzahl der Spitzenrestaurants
300 Häuser mit Michelin-Sternen ausgezeichnet

Es wird bunter, abwechslungsreicher und legerer in deutschen Spitzenrestaurants. Die Zahl der Michelin-Sterne steigt auf ein Rekordhoch. In München kommt ein neuer Drei-Sterne-Tempel dazu – der elfte hierzulande.
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PotsdamVom Algenkaviar bis zur Dorade mit Koriander: Die Deutschland-Ausgabe 2018 des „Guide Michelin“ schmückt 300 Restaurants, und damit mehr als je zuvor, mit Sternen. Außerdem kürten die Tester des Hotel- und Restaurantführers am Dienstag in Potsdam den elften Drei-Sterne-Tempel. Küchenchef Jan Hartwig aus dem „Atelier“ im Münchner Hotel „Bayerischer Hof“ freute sich über die höchste Auszeichnung. „So etwas kann man nicht erwarten, ich bin total zufrieden“, sagte er und strahlte.

Michael Ellis, internationaler Direktor des Restaurantführers, bescheinigte der hiesigen Gourmet-Szene eine „große Dynamik“ und weiter steigende Qualität. „Deutschland ist im internationalen Vergleich zu einem Top-Standort für hochklassige Küche geworden“, sagte Ellis anlässlich der Sterne-Gala in der Metropolis-Halle in Potsdam-Babelsberg.

Die Zahl der Zwei-Sterne-Häuser steigt in der Ausgabe für 2018 auf 39, darunter sind 4 neue Häuser. 250 Restaurants erhalten einen Stern. Die deutsche Ausgabe schließt auch ein Restaurant mit einem Stern im österreichischen Kleinwalsertal mit ein. 2017 waren es insgesamt noch 292 Sterne-Restaurants gewesen.

Neue Häuser mit zwei Sternen gibt es im baden-württembergischen Zweiflingen-Friedrichsruhe („Le Cerf“), im hessischen Geisenheim („Schwarzenstein“), im niedersächsischen Bad Bentheim („Keilings Restaurant“) und im schleswig-holsteinischen Wangels („Courtier“). 29 Restaurants dürfen sich neu mit einem Stern schmücken, 7 davon in Nordrhein-Westfalen. Allerdings verlieren auch zahlreiche Adressen ihre Wertungen, darunter drei Zwei-Sterne-Restaurants. In einigen Fällen geschah das aus Zeitgründen nach einem Wechsel, wenn die Qualität der neuen Küche nicht mehr rechtzeitig getestet werden konnte.

Der Direktor des „Guide Michelin“ Deutschland/Schweiz, Ralf Flinkenflügel, bezeichnete den neuen Drei-Sterne-Koch Hartwig als „Shooting Star“ der Szene. Er habe erst vor zwei Jahren den zweiten Stern bekommen. „Er ist nun an einem Punkt angekommen, dass er nicht nur in Deutschland, sondern auch in der internationalen Küche zur absoluten Spitze gehört“, sagte Flinkenflügel.

Der 35-jährige Topkoch berichtete: „Bei mir liegt die volle Betonung auf dem Geschmack der Produkte.“ Derzeit gebe es zum Beispiel zarte Taubenbrust, dazu Keule, plus Birne und Zwiebeln. „Da liegen wenige Teile auf dem Teller, aber sie sind unheimlich aromatisch.“

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