Religiöser Bezug schwindet
Ostern verliert immer mehr an Bedeutung

Das Osterfest als höchster christlicher Feiertag ist in Deutschland offenbar ein Auslaufmodell. Einer Umfrage zeigt, dass der religiöse Aspekt stetig an Bedeutung verliert. Auch Ostereier werden immer seltener gesucht.
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Keine Lust auf Kirche, aber auch nicht zum Eiersuchen: Ostern hat für fast sechs von zehn Deutschen keine religiöse Bedeutung. Und 62 Prozent werden an den Feiertagen zum Gedenken an die Auferstehung Jesu keinen Gottesdienst besuchen. Das ergab eine Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa.

Fast jeder Zweite macht zudem beim Eiersuchen nicht mit. Zugleich läuft eine Debatte, ob ein Tanzparty-Verbot für "stille Feiertage" wie Karfreitag noch in unsere Zeit passt.

Einen Trend zu mehr und teureren Geschenken lehnt eine große Mehrheit ab, wie die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage ergab. Jeder Dritte findet Schenken zu Ostern sogar generell unpassend. Und das, obwohl der Handel schon seit Jahren reichlich Werbung macht und Ostern wohl gern zum zweiten Geschenkerummel nach Weihnachten machen würde.

Die Buchhandelskette Thalia etwa warb mit dem Slogan vom "Hasenfest". Dafür gab es Kritik der Kirchen - das Unternehmen entschuldigte sich.

Gut drei Viertel (76 Prozent) der Männer und Frauen ab 16 Jahren beantworten die Frage, ob sie für einzelne Ostergeschenke mehr als 25 Euro ausgeben werden, jedenfalls weiter mit "Nein". Ein Fünftel (19 Prozent) dagegen belässt es nicht beim Schoko-Hasen, sondern kauft einzelne Ostergeschenke für mehr als 25 Euro.

Jahrhunderte alte Osterbräuche sind nicht bei allen üblich: Am Oster-Wochenende Eier zu verstecken oder zu suchen, ist nur für etwa vier von zehn Befragten Pflicht. Fast die Hälfte (49,3 Prozent) dagegen macht bei der Suchaktion nicht mit.

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  • Schlimm dieser grünen Salat mit roter Tunke, aber nicht während des Ramadan

  • Staatliche christliche Feiertage sind zutiefst unchristlich!

    Spätestens nun, da für die Mehrheit der Deutschen (60%) Ostern keine religiöse Bedeutung (mehr) hat, sollte überlegt werden, ob nicht nur Ostern, sondern insgesamt alle staatlichen christlichen Feiertage überhaupt (noch) ihre Berechtigung haben.

    Folgende gravierende Argumente sprechen für mich dagegen:
    1. Sie sind verfassungswidrig, da im Grundgesetz die Trennung von Staat und Kirche verankert ist.
    2. Sie sind verfassungs- und menschenrechtswidrig, da es dort verboten ist, dass irgendeine Religion bevorzugt wird.
    3. Sie sind zutiefst unchristlich, da sie massiv gegen die christliche Nächstenliebe verstoßen. Diese lautet in der Bibel z.B.
    "Liebe deinen Nächsten, denn was dir unlieb ist, tue ihm nicht!" (Lev. 19,18; nach einer alten aramäischen Übersetzung).
    Dies bedeutet, wenn es "Christen" z.B. "unlieb" ist, dass nicht ihre, sondern islamische Feiertage staatliche Feiertage in Deutschland werden, so müssen sie sogar aktiv diese zutiefst unchristlichen staatlichen Feiertage abschaffen - sonst wären sie keine "Christen"!
    4. Deutschland nennt sich "weltanschauungsneutral". Dann sollte Deutschland dies endlich in die Tat umsetzen und nur noch weltanschauungsneutrale Feiertage erlauben, z.B.
    Friedensfest und Tage der Liebe, Gerechtigkeit, Kulturen, Natur, erneuerbaren Energien, Erde im Weltall.
    Denn nur solche Feiertage können den sehr dringend benötigten gesellschaftlichen Zusammenhalt deutlich fördern - statt wie derzeit nur spalten!
    Es sollte aber den Anhängern der unterschiedlichsten religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen ohne Unterschiede ermöglicht werden, für ihre jeweilige Weltanschauung an deren speziellen Feiertagen frei zu bekommen.

    Ich kenne kein überprüfbares Argument, welches für staatliche christliche Feiertage spricht.

  • Von wegen "Christliche Leitkultur". Ich würde eher sagen "Ökologische Freizeitkultur". Denn die Ökologie ist doch des Deutschen wahre Religion!

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