REM-Sänger Stipe
„Wahrheit, Lügen, Müll, das sind wir“

Nach 31 Jahren auf der Bühne hat sich die US-Rockband R.E.M. aufgelöst. Im Interview spricht Band-Frontmann Michael Stipe (51) über Erleichterung, die Zukunft und sein Leben in Deutschland.
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Herr Stipe, 31 Jahre R.E.M. neigen sich dem Ende. Sind Sie traurig?

Michael Stipe: Ich habe das nun schon gemacht seit ich 19 bin. Mit der Ankündigung der Auflösung hatte ich das Gefühl, mir eine Pause zu gönnen. Nicht nur, dass ich das Gefühl hatte, den Leuten nicht mehr sagen zu müssen, was ich als nächstes machen werde. Ich muss auch selbst gar nicht mehr so genau wissen, was ich als nächstes mache. Ich war in meinem ganzen Leben als Erwachsener noch nie unabhängig von dieser Band. Daher gibt es außer einem bittersüßen, traurigen Gefühl auch ein Gefühl der Befreiung. Wir machen es auf unsere Art und folgen damit unserer Tradition.“

 

Werden Sie mit Ihrer Musikkarriere weitermachen?

Ich mache mir darüber erst einmal keine Gedanken, zumindest nicht vor dem nächsten März. Ich werde mit dem weitermachen, was ich mache. Mein Leben hat ja nicht plötzlich aufgehört.

 

Was machen Sie denn?

Neben der Musik arbeite ich auch als Filmproduzent, zurzeit gerade für einen Dokumentarfilm. Hoffentlich wird der Film nächstes Jahr bei den Festivals dabei sein. Ich bin nur Produzent, habe also keine besonders kreative Position. Außerdem beschäftige ich mich seit sechs Jahren mit Bildhauerei.

 

Könnten Sie sich vorstellen, in der Zukunft gemeinsame Projekte mit Ihren ehemaligen Bandkollegen zu machen?

Das Kapitel R.E.M. ist abgeschlossen, das ist vorbei. Ich schätze ihre Meinung zur Musik und zum Leben sehr. Sie kennen mich besser als jeder andere, meine Familie eingeschlossen. Und obwohl die Band R.E.M. Geschichte ist, ist das nicht das Ende unserer Freundschaft.

 

Warum haben Sie das Kapitel ausgerechnet jetzt geschlossen?

Seit etwa drei Jahren haben wir darüber gesprochen, was wir machen sollen. Und wir waren uns alle einig, dass es einfach feige wäre, sich an einem Tiefpunkt unserer langen Karriere aus der Sache herauszuwinden. Auch die ganz Großen wie Bob Dylan hatten Hochs und Tiefs, und das macht ihn als öffentliche Person und als Künstler so interessant. Wir wollten nicht an einem Tiefpunkt unserer Karriere aufhören. Und wir hatten den Eindruck, dass unsere letzten zwei Alben und die Tour sehr stark waren.

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"Es ist lustig, es ist ehrlich"

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  • Er spricht "über sein Leben in Deutschland"---naja, liebe Handelsblatt-Redaktion, wohl eher über den Flug, und dann noch ein Satz drauf. Etwas mickrig, fühle mich ehrlich gesagt verschauckelt vom Teaser-Versprechen.

  • "Im Interview spricht Band-Frontmann Michael Stipe (51) über Erleichterung, die Zukunft, sein Leben in Deutschland und politische Proteste."

    Ich habe es nun 3mal durchgelesen und konnte keinen politischen Protest finden.

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