Rotlichteskapaden
Der schwedische König bricht sein Schweigen

Die Skandal-Gerüchte setzten König Carl Gustaf schwer zu. Jetzt bricht der schwedische Monarch sein Schweigen über angebliche Rotlicht-Kontakte. Doch klarer ist dadurch nichts geworden.
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StockholmSchwedens Monarch Carl XVI. Gustaf hat erstmals Vorwürfe über seine angeblichen royalen Rotlichteskapaden am Montagabend in einem Interview mit der schwedischen Nachrichtenagentur TT kommentiert. Wer sich tiefere Einblicke in das Eheleben am Hofe erhofft hatte, wurde aber bitter enttäuscht. Kompromittierende Fotos? ”Nein, die kann es nicht geben”, erklärte ein merkbar unangenehm berührter Monarch. ”Aber es ist immer schwer, etwas zu kommentieren, das man nicht gesehen hat”, sagte er.

Auch angebliche Nachtclubbesuche weist der 67jährige weit von sich. ”Leider besuchen wohl sehr viele Menschen solche Clubs, die dann nicht immer wissen, wer da war und wer nicht”, entgegnete er dem Reporter, der den König auf Angaben aus dem im vergangenen Herbst erschienenen Buch ”Der widerwillige Monarch” ansprach.

In dem Bestseller behaupten mehrere Zeugen, Carl Gustaf in verschiedenen Sexclubs gesehen zu haben. Ob es denn irgendetwas gebe, das ihn erpressbar mache, wollte der Reporter wissen. ”Nein, das gibt es tatsächlich nicht”. Und ob er irgendwann einmal an einem Ort gewesen sei, den ein Staatsoberhaupt lieber nicht besuchen sollte? ”Man weiß manchmal nicht, in welchen Milieus man landet. Ich meine damit, dass man von einem Gastgeber eingeladen wird, der einen dann an verschiedene Orte mitnimmt”, wich der König etwas aus. Im Übrigen könne er sich ”nicht erinnern”, jemals in einem Sexclub gewesen zu sein.

Man sah dem König deutlich an, dass ihm das Interview mit einem Reporter fürchterlich unangenehm war. Freiwillig hat sich Carl Gustaf den Fragen des TT-Reporters auch nicht gestellt. Vielmehr war der Druck der sonst so duldsamen schwedischen Untertanen so groß geworden, dass der Hof keine andere Wahl zu dem von der schwedischen Presse als historisch bezeichneten Bußgang hatte. Als im vergangenen Herbst das Buch "Der widerwillige Monarch" erschien, brach für eine Mehrheit der schwedischen Royalisten eine Welt zusammen.

Regelmäßige Herrenabende, Sexclub-Besuche und eine Affäre mit dem vollbusigen ehemaligen Popsternchen Camilla Henemark – Carl Gustafs offenbar ausschweifendes Nachtleben ohne Gattin Silvia schockierte die Nation. Zwar gibt es seit Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen immer wieder Gerüchte über Carl Gustafs Eskapaden, doch Beweise für etwaige Seitensprünge gab es nie.

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