Royal Wedding Fever
Der beste PR-Coup der königlichen Firma

Die Hochzeitshysterie erreicht ihren Höhepunkt, die königliche Familie kann sich über den besten PR-Coup seit der Geburt der Thronfolger freuen. Prinz William und Kate Middleton heiraten.
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LondonDie königliche Familie versteht sich gerne als "Firma" und nennt sich ja auch so. Monatelang hat die Firma ihren größten PR-Coup seit der Trauung von Prinz Charles und Lady Diana und der Geburt der Thronfolger William und Harry vorbereitet: die Hochzeit von Prinz William und der bürgerlichen Kate Middleton. An der Zeremonie in der Westminster Abbey in London nehmen neben der britischen Königsfamilie 1900 Gäste aus Hochadel, Showgeschäft und Politik teil. Gleichzeitig befindet sich die britische Metropole im Ausnahmezustand: Vor der Kirche und dem Buckingham Palast feiern Hunderttausende Fans mit, wenn William (28) seine Kate (29) zur Prinzessin macht. Hunderte Monarchie-Fans hatten sich schon vor Tagen mit Zelten und Schlafsäcken in Stellung gebracht, um die erste große Traumhochzeit 30 Jahre nach der Trauung von Prinz Charles und Diana mitzuerleben.

Für das Königshaus ist das heiß ersehnte Ja-Wort verbunden mit der Hoffnung auf die Geburt eines Thronfolgers und natürlich auf einen immensen Image-Gewinn, hatte doch das Ansehen der Royals nach dem Tod von Prinzessin Diana und der Schlammschlacht ihrer Trennung von Prinz Charles in den Jahren davor erheblich gelitten. Das Brautpaar steht für einen Neuanfang und eine Charmeoffensive im Buckingham Palast: volksnah mit viel Humor und Bodenhaftung, nicht so steif und unterkühlt wie die Queen, aber dennoch der Tradition verpflichtet.

Auch die Politik hofft, Nutznießer der Royal Wedding zu sein: Premierminister David Cameron und seine Minister haben vor Freude mit den Fäusten auf den Kabinettstisch in der Downing Street gehämmert, als sie die Kunde von der Verlobung des künftigen Thronfolgers erreichte. Großbritannien steckt tief in der Krise - wirtschaftlich und gesellschaftlich. Cameron spricht viel von der „Big Society“.

Der stramm konservative politische Thatcher-Enkel wünscht sich eine Gesellschaft, in der jeder für jeden eintritt, eine große Solidargemeinschaft. Aber auch eine Self-Made-Gesellschaft, in der nicht jeder gleich nach staatlicher Hilfe schreit, wenn es einmal nicht so läuft. Was könnte den nationalen Korpsgeist mehr stärken als die großen Bilder einer Hochzeit im Königshaus?

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